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Aufräumen als spirituelle Praxis – Nutze die beruhigende Kraft des Putzens für dein Seelenwachstum

putzen als spirituelle Praxis Titel

Ich gebe zu, es ist frustrierend, ja gerade zu niederschmetternd. Manchmal zumindest.
Kaum hast du die Küche geputzt, den Boden gewischt und sogar das Fenster geputzt, drehst du dich um, nur um zu sehen, dass irgendjemand den Müll im Flur umgeschmissen hat.

Putzen ist eine dieser Arbeiten, die kein Ende nehmen.
Selbst eine perfekt saubere Wohnung muss irgendwann wieder aufgeräumt und gesaugt werden.

„Es hat ja eh keinen Sinn“, sagen die einen und geben angesichts des über ihre Köpfe ragenden Chaos lieber direkt auf.
Andere geraten in einen regelrechten Wahn und strafen jeden, der es wagt, auch nur einen Krümmel auf der Arbeitsfläche zu hinterlassen.

Findest du dich in einem der beiden Bilder wieder?
Ich habe lange zwischen beiden Varianten hin und her geschwankt. Mal völlig gleichgültig, mal mit absoluter Ordnungsfanatik.

Aber irgendwann war mir das zu anstrengend und ich habe das Aufräumen als das angenommen, was es ist: Eine wiederkehrende Aufgabe.
Machen wir es nicht größer, als es ist.
Ja, es muss gemacht werden. Und ja, es ist ein wenig lästig.
In der Wohnung wird nun mal gelebt. Sie ist kein Museum – und selbst dort muss Staub gewischt und der Boden gereinigt werden.

Auf den ersten Moment wirkt der Prozess des Aufräumens und Putzens stumpfsinnig, in ihm steckt aber viel mehr Potenzial als du wahrscheinlich bisher gedacht hast.

Was hat deine Wohnung mit deiner Seele zu tun?

Die Wohnung ist der Spiegel deiner Seele.

Diesen Spruch hast du bestimmt schon mal gehört.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es stimmt.
Wenn ich überfordert bin oder Entscheidungen nicht treffen kann, sieht auch meine Wohnung wie ein Irrenhaus aus.
Wenn ich dann die Entscheidung treffe, habe ich plötzlich die Energie und Lust zum Aufräumen. Und wenn ich mich in schwierigen Zeiten zum Aufräumen überwinde, lösen sich die Knoten in meinem Kopf und ich sehe klarer.

Wie du deine Wohnung behandelst zeigt nicht nur, wie sehr du die Dinge in deinem Leben wertschätzt.
Es verdeutlicht auch auf einzigartige Weise, wie du mit dir selbst umgehst.

Wenn du das nächste Mal in ein aufgeräumtes, klares Zimmer gehst, dann achte mal darauf wie du dich fühlst.
Fühlst du dich größer, wird deine Haltung automatisch aufrechter und hat deine Seele Platz für Freude?
Wie einengend und erstickend Unordnung dagegen wirkt.
So jedenfalls nehme ich die Reaktionen meines Körpers wahr.
Vielleicht ist es bei dir anders?

In der Psychologie wie in den spirituellen Lehren aller Zeiten ist man sich jedenfalls darin einig:
Ordnung in der Wohnung zeigt Liebe, Achtsamkeit, Struktur und Wertschätzung.
Den eigenen Dingen gegenüber, den Menschen gegenüber und dir selbst gegenüber.

In diesem Artikel geht es aber eigentlich nicht um das Ergebnis, sondern um den Prozess.
Auch das Putzen selbst hat seine eigenen Vorteile. Ja sogar wenn alles im gleichen Moment wieder dreckig wird, wirkt der Akt des Putzens beruhigend und erdend auf dich.
Und es lehrt uns Demut. Die Art von Demut, die dich selbst auf den Boden kniend deinen Stolz behalten lässt. Die mit Achtung und Gelassenheit einhergeht.
Und von dieser Art der Demut kann die Welt noch einiges mehr gebrauchen.

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Durch die notwendige Regelmäßigkeit lernst du auch gleich Disziplin und Konsistenz. Beides kannst du sicher gut gebrauchen, egal wo dich dein Leben noch hinführen mag.

Ein klein wenig neugierig geworden?
Schau dir diese 6 Möglichkeiten an, um deine Hausarbeit als spirituelle Praxis zu nutzen.

#1 Aufräumen als Beruhigungshilfe

Hast du schon mal versucht zu meditieren, wenn du emotional richtig aufgewühlt bist?
Oder dich auf irgendetwas zu konzentrieren, wenn du  wütend bist?

Das ist beinahe unmöglich. Starke Emotionen bringen uns aus dem Gleichgewicht.
Sie einfach wegzuschieben ist keine Lösung.
Manchmal braucht es aber ein wenig Distanz, um den richtigen Umgang mit Emotionen zu finden.

Putzen ist dann genau die richtige Mischung aus körperlicher Bewegung und wenig geistiger Anstrengung, die dir und deinem Körper dabei hilft, wieder ruhiger zu werden.
Wenn du also das nächste Mal vor Wut einen Teller an die Wand schmeißen möchtest, wäre es eine Überlegung wert, ihn stattdessen einfach abzuspülen. Das spart auch einiges an Geld 😉

#2 Ausmisten als Seelenarbeit

Richtig aufräumen kann man erst dann, wenn das Gerümpel weg ist. Das wissen wir spätestens seit The lifechanging magic of tidying up*.
Unnützer Kram ist nicht nur ein Hindernis beim Putzen, sondern auch ein Hinweis auf innere Blockaden, mit denen du dich noch nicht genug beschäftigt hast.

Das Ausmisten hat einige Vorteile.
Während du zwischen kaputten Socken, alten Bildern und verstaubten Küchengeräten stehst, stößt du unweigerlich auf diese ungelösten Blockaden.
Du wirst mit Erinnerungen und Emotionen der Vergangenheit konfrontiert.
Bei jeder Entscheidung, ob du etwas behältst oder abgibst, verarbeitest du die Vergangenheit.
Du setzt dich mit ihr auseinander und kannst sie loslassen – entweder weil du den Gegenstand wegschmeißt oder weil er einen neuen liebevollen Platz in deinem Leben bekommt.

Während des Ausmistens ist es vielleicht schmerzhaft. Ja, vielleicht kommt es sogar zu Tränen oder Streit mit deinen Mitmenschen.
Was auch immer passieren muss, um die Blockade zu lösen, wird passieren.
Danach wirst du dich befreit und glücklich fühlen. Garantiert!

#3 Putzen als Achtsamkeitsübung

Alle Arbeiten im Haushalt können auch als Achtsamkeitsübung genutzt werden.

Betrachte es als Spiel.
Wie lange kannst du das Geschirr spülen, ohne dass deine Gedanken abschweifen?

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Achtsamkeit beim Putzen hilft dabei, im Moment zu bleiben und das Gedankenkarussell auszuschalten.
Das funktioniert gerade hier so gut, weil die Handlungen zum größten Teil automatisiert ablaufen können, ohne dass viel Gehirnarbeit erforderlich ist.

Wenn du dich aber bemühst, wirklich achtsam mit den Dingen in deiner Wohnung und den Handlungen beim Putzen umzugehen,  beruhigt das nicht nur deine Nerven.
Deine ganze Einstellung den Dingen gegenüber verändert sich.
Achtsamkeit ist ein Ausdruck der Liebe.

Und plötzlich merkst du, dass in so alltäglichen Aufgaben wie dem Spülen sehr viel Schönheit liegt.
Hast du schon mal innegehalten und die vielen kleinen Regenbögen im Schaum beobachtet?
Nein? Dann wird es Zeit!

#4 Gelegenheit für Mantra und Affirmationen

Manchmal sind die Gedanken zu laut im Kopf, um sie beim Putzen zu vergessen.
Anstatt dann die Probleme ständig zu wiederholen, kannst du sie durch positive Gedanken ersetzen. Natürlich bringt es nichts, die Situation schön zu reden.

Gezielte Affirmationen und Mantren können dir aber dabei helfen, dich zu beruhigen, dein Wesen besser zu verstehen und deine Situation zu verändern. Wie genau es funktioniert kannst du hier nachlesen. LINK

Mach aus dem Ganzen einfach eine Bewegungsmeditation und sieh wie sich deine Wohnung und dein Geist ordnen.

#5 Gedankenverarbeitung

Wenn du etwas neues lernst oder mit einer schwierigen Situation konfrontiert wirst, kann dir das Putzen auch dabei helfen.
Die bekannten und eintönigen Handlungen beruhigen deinen Geist und können eine inspirierende Unterbrechung von deinem Alltag darstellen.
So lassen sich Gedanken, Ideen und Handlungsstrategien besser verarbeiten als beim Herumsitzen.

Gerade beim Putzen unter Zeitdruck lernst du viel über dich selbst. Ganz automatisch musst du zwischen Wichtigen und Unwichtigen unterscheiden. Du lernst deine eigenen Prioritäten zu setzen und auf deine Intuition zu vertrauen.
Die Hausarbeit bietet einen sicheren Ort, um damit zu experimentieren.

#6 Aufnahme von inspirierendem Gedankengut

Wenn du keine Kraft mehr übrig hast, um zu meditieren, deine Gedanken zu beruhigen oder Ideen zu verarbeiten oder wenn du einfach keine Lust darauf hast, bleibt noch immer die Beschallung von außen.
Klar, kannst du dabei Radio hören oder den Fernseher im Hintergrund laufen lassen.
Stattdessen kannst du aber auch wirklich inspirierende Vorträge, Hörbücher oder Podcasts hören, die dich bei deiner Entwicklung unterstützen und weiter bringen.

Damit kannst du nur gewinnen.
Entweder lernst du etwas neues oder sinnvolle Gedanken wiederholen sich und wirken dann als Affirmationen.

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Schlussgedanken

Egal wie du den Haushalt für dein spirituelles und seelisches Wachstum nutzt, mit dieser Sicht auf das Putzen wirst du ganz anders damit umgehen.
Ich habe gelernt, das Aufräumen Wert zu schätzen. Manchmal genieße ich es sogar.
Und ich nutze es ganz gezielt als Unterstützung beim Lösen von Problemen.

Wie stehst du zum Putzen und Aufräumen? Lästige Nebensächlichkeit oder Heiliger Gral?

Du bist großartig!
Pass dein Leben an dich an und liebe dich.

 

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