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Die vergessene Superkraft der Frau – finde dein Flo mit Cycle Sync

Cycle Sync Titelbild

Als ich Teenager war, war es vollkommen normal, mit 15 die Pille zu nehmen.
Alle taten das aus dem einen oder anderen Grund.

Es hat10 Jahre gedauert, bis ich anfing, das Konzept der Pille – nämlich die Symptome des Körpers zu verdecken – zu hinterfragen.
Und es dauerte nochmals mehrere Jahre, bis ich lernte, die Veränderungen in meinem Körper wirklich wahrzunehmen und als solche anzuerkennen.

In einer vom männlichen Prinzip strukturierten Welt habe ich gelernt, jeden Tag mein Bestes zu geben, jeden Tag gleich zu gestalten mit festen Routinen und Abläufen.

Das lief mal gut, mal überlebte ich gerade eben und mal ging es vollkommen schief.
Über den Rhythmus dahinter habe ich mir nie Gedanken gemacht.
Schließlich habe ich gelernt, dass ich jeden Tag die gleiche Person bin.

Aber dann kam ich in Kontakt mit der Arbeit von Alisa Vitti und lernte etwas unglaubliches:
Ich bin gar nicht jeden Tag gleich.

Die körperlichen Abläufe, unsere Stimmung, unsere Fähigkeiten und Disziplin, all das wird durch Hormone beeinflusst.
Im Idealfall steht man morgens mit einem Energieschub durch Adrenalin und Cortisol auf. Und abends schlafen wir entspannt und müde mit Hilfe von Melatonin ein,

Dieser natürliche Rhythmus wird komplett durch Hormone gesteuert.
Aber der 24 Stunden Rhythmus entspricht dem männlichen Hormonhaushalt – nicht dem weiblichen.

Unsere ganze Welt ist auf diesem 24-Stunden-Prinzip aufgebaut, weil sie von Männern erdacht wurde.

Wenn Frauen also einen anderen Rhythmus haben, wie sieht dieser aus?
Und wie können wir ihn nutzen, um in einer männlichen Welt unsere Stärken auszuleben?

Cycle Sync 1

Der weibliche Körper ist einfach nicht für den 24-Stunden-Rythmus gemacht. Das muss aber kein Nachteil sein.

Was soll Flo eigentlich sein?

Ok ich gebe zu, ich konnte mir diesen Untertitel nicht verkneifen, weil mein Lebensgefährte Flo heißt und wir schon seit Monaten Witze darüber machen.

Flo ist aber natürlich kein Verweis auf meinen Freund.
Es bezeichnet einen individualisierten Lifestyle, der sich an deinem hormonellen Zustand orientiert und diesen nutzt.
Das Konzept wurde wie gesagt von Alisa Vitti entwickelt. Ich kann dir ihr Buch Woman Code* nur ans Herz legen. Die geballte Wucht an Informationen darin wird dich umhauen.

Dein Flo ist also ein an deinen Zyklus angepasster Rhythmus, der sich nicht nur auf die benötigten Nährstoffe, sondern auch auf dein Training und sogar dein Solzial- und Arbeitsverhalten auswirkt.

Wie genau das funktioniert schauen wir uns gleich an.
Fangen wir erstmal mit dem offensichtlichen an:

Grundlagen – die vier Phasen des Zyklus

Anders als wir es damals gelernt haben, beginnt der Zyklus eigentlich nicht mit der Menstruation. Das ist nur logisch, denn das Ausstoßen des Eis ist natürlich der letzte Schritt.
Dass es trotzdem nach wie vor als Start des Zyklus genutzt wird, liegt einfach an der Bequemlichkeit. Der erste Tag der Periode ist ein klar abgrenzbares Phänomen.

Wir starten aber dennoch mit dem eigentlichen Start des weiblichen Zyklus: Dem Tag nach der Menstruation.

Follikelphase – der Frühling

Die Follikelphase startet den neuen Zyklus und dauert etwa 7 bis 10 Tage, je nachdem wie lang der Zyklus insgesamt ist.

In dieser Phase wird das Ei auf den Eisprung vorbereitet.
Der Hypothalamus sorgt dafür, dass follikelstimulierende Hormone in der Hypophyse produziert werden.
Gleichzeitig steigt der Östrogenspiegel an, um die Gebärmutter auf das Ei vorzubereiten.

In der Follikelphase bekommst du wieder mehr Energie, nachdem diese gegen Ende des Zyklus etwas abgenommen hat.

Deine Kreativität hat jetzt ihr Hoch und auch dein Bedürfnis nach sozialen Kontakten steigt.

Ovulationsphase – der Sommer

Wenn das Ei gereift ist, folgt natürlich der Eisprung.
Die zweite Phase hält 3 bis 4 Tage an.

Östrogen steigt weiter an, während Testosteron einen kurzen Höhepunkt erreicht und dann sofort wieder abnimmt.

Während der Ovulationsphase nimmt nicht nur die Lust auf Sex zu, du bekommst auch einen Energieschub, der sich besonders im Bereich von sozialen Kontakten und Kommunikation bezahlt macht.

Lutealphase – der Herbst

Die Lutealphase dauert 10 bis 14 Tage und ist damit die längste der vier Phasen.

Nach dem Eisprung steigt der Progesteronspiegel an und sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt und keine weiteren Eier vorbereitet werden.
Gleichzeitig steigt nach wie vor der Östrogenspiegel weiter an.

Wenn es zu keiner Befruchtung des Eis gekommen ist, verändern sich die Hormonmengen zum Ende der Lutealphase hin nochmals erheblich.
Die Progesteronproduktion nimmt rapide ab, sodass die Menstruation eingeleitet werden kann. Zugleich steigt der Testosteronanteil an.

Jetzt nimmt die Energie langsam etwas ab. Dafür steigt die Aufmerksamkeit und Planungsfähigkeiten.

Menstruationsphase – der Winter

Die letzte Phase des Zyklus ist diejenige, die am leichtesten beobachtbar ist. Sie dauert üblicherweise zwischen 3 und 7 Tage.

Wie schon zum Ende der Lutealphase sinkt der Progesterongehalt stark ab. Die Östrogenproduktion steigt nochmals, fällt dann aber ab, um den Körper für den nächsten Zyklus vorzubereiten.

In der Menstruationsphase nimmt die Energie ab und Müdigkeit ist eine normale Reaktion neben den anderen Begleiterscheinungen wie leichten Krämpfen.
Dafür ist die Verbindung zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte jetzt stärker.

Warum soll ich mich davon einschränken lassen?

Die erste Reaktion in meinem Kopf war: Na toll. Mehr Einschränkungen konnte sich die Natur wohl nicht einfallen lassen.

Cycle Sync Foto

Dein Zyklus ist keine Einschränkung. Mit Cycle Sync wird er zur Geheimwaffe!

Beim cycle syncing geht es aber nicht darum, gegen den Körper zu agieren.
Stattdessen lernt man, mit dem Körper zu arbeiten und ihn zu unterstützen, um aus jeder Phase das Beste zu machen.

Wenn du dich ein wenig mit dem Prinzip des Flo auseinandersetzt, dann merkst du schnell, dass du deinen Alltag relativ simpel entsprechend deiner Bedürfnisse umgestalten kannst, ohne dass es überhaupt jemandem auffällt.

In den unterschiedlichen Phasen sorgt das Auf und Ab der Hormone nicht nur für unterschiedliche Energiereserven. Sie beeinflussen auch die Stimmung und deine Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen.
Gleichzeitig braucht dein Körper in den einzelnen Phasen unterschiedliche Nährstoffe.

Wie genau du den Zyklus als Stärke nutzen kannst, schauen wir uns an, nachdem wir darauf eingegangen sind, wie du deinen Körper in den einzelnen Phasen unterstützen kannst.Infografik Nahrungsmittel Cycle Sync

Richtig Essen für deinen Körper

Die unterschiedlichen Gegebenheiten in deinem Körper benötigen nicht nur spezifische Nährstoffzusammensetzungen, sie wirken auch über die Grenzen der Fortpflanzungsorgane hinaus.

So verändert sich beispielsweise die Darmflora mit den Hormonen und nimmt unterschiedliche Stoffe besser oder schlechter auf.

In der Grafik kannst du nachlesen, welche Nahrungsmittel dein Körper zur Unterstützung in den verschiedenen Phasen braucht.

Das bedeutet nicht, dass du nichts anderes mehr essen darfst.
Achte zu Beginn einfach darauf, jeden Tag ein paar Dinge aus der Liste zu dir zu nehmen.
Dann steigere die Anzahl der Lebensmittel langsam.

 

 

 

Cycle sync dein Leben

Wie schon gesagt, beschränkt sich dein Flo nicht nur auf die Nährstoffversorgung.
Dein ganzes Arbeits-, Sozial- und Sportleben kann an die jeweiligen Stärken und Schwächen der Phasen angepasst werden.

Natürlich kann man das nicht zu 100% umsetzen.
Wichtig ist nur, dass du dich damit auseinandersetzt und anfängst die Signale deines Körpers zu lesen. Die Umsetzung kommt dann in kleinen Schritten ganz von allein.

Follikelphase: Kreativität und Problemlösung

In der ersten Phase des Zyklus steigt wie gesagt deine Energie an.
Du bist kreativer und leichter zu begeistern als sonst.
Deine Laune hellt sich deutlich auf.

Jetzt ist also genau der richtige Zeitpunkt, um ein neues Projekt zu beginnen.
Konzentriere dich auf die Projekte, die dich stimulieren.

Wenn du schwierige Aufgaben oder Probleme lösen musst, ist die Follikelphase genau richtig dafür.
Du hast nicht nur genug Energie dafür, du bist auch offener für neue Erfahrungen und bereiter, Risiken einzugehen.

Brainstorming ist nun besonders effektiv.
Entwickle neue Strategien und treffe in dieser Phase wichtige Entscheidungen.

Du wirst in der Follikelphase auch extrovertierter und impulsiver.
Nutze das für soziale Kontakte.

Probiere doch mal etwas neues aus.
Eine neue Sportart zum Beispiel. Du hast jetzt nämlich richtig viel Energie für anstrengende Trainingseinheiten und deinem Gehirn fällt es in dieser Phase besonders leicht, neue Neuroverbindungen aufzubauen.

Breche also ruhig mal aus deiner Komfortzone aus, lerne neue Dinge und hab Spaß.

Ovulationsphase: Energie und Selbstvertrauen

In den wenigen Tagen um deinen Eisprung herum, hast du sogar noch mehr Energie als in der Follikelphase.

Deine Kreativität und Einfühlungsvermögen verschieben sich jetzt aber eher auf den Bereich der Kommunikation.

Das ist also der richtige Zeitpunkt, um wichtige Gespräche zu führen.
Du bist überzeugender und kannst klarer artikulieren, was du sagen möchtest.

Auch für erste Dates eignet sich diese Phase – nicht zuletzt wegen der Pheromone, die dich nun unwiderstehlich machen.

Die Energie spürst du auch beim Sport. Jetzt kannst du mit hoher Intensität trainieren.
Gruppenaktivitäten machen besonders viel Spaß.

Lutealphase: Aufmerksamkeit und Gemütlichkeit

Im Laufe der Lutealphase nimmt die Energie langsam ab.
Wie im Herbst zieht sich alles zurück und richtet die Aufmerksamkeit langsam nach innen.

Jetzt bist du besonders aufmerksam und bemerkst viel mehr als in anderen Phasen.
Die bist achtsam und sehr bewusst, was diese Zeit perfekt für Planungs- und Organisationsaufgaben macht.
Weil du jetzt sowieso auf Details fixiert bist, kannst du Aufgaben wie beispielsweise Buchhaltung perfekt einbauen.

Der sogenannte Nestbautrieb meldet sich nun verstärkt. Das kannst du nutzen, um deine Umgebung mal wieder richtig auf Vordermann zu bringen oder neu zu gestalten. Es wird dir jetzt nicht nur leicht fallen, sondern auch Freude bereiten.

Gemütlichkeit und Selbstfürsorge ist nun wichtig, damit du nicht gestresst wirst.
Fahre deine sozialen Kontakte etwas zurück und konzentriere dich mehr auf dich.

Abbau und Vermeidung von Stress ist auch beim Sport angesagt.
Statt intensivem Gewichtheben sind jetzt Yoga, Pilates und Spaziergänge angesagt.
Hör auf deinen Körper, wenn er sich mal nicht überwinden kann.

Menstruationsphase: Klarheit und Intuition

Deine Menstruation ist genau die richtige Zeit, um dich richtig mit dir zu beschäftigen.
Durch die Verbindung der beiden Gehirnhälften ist deine Intuition jetzt besonders stark und eine Selbstanalyse wird dir genau zeigen, was noch nicht so gut läuft.

Überlege dir eine mögliche Kurskorrektur, aber warte mit der Umsetzung bis du die Energie der Follikelphase nutzen kannst.

Unzufriedenheiten und Unruhe kann jetzt aufkommen. Setze dich damit auseinander und überlege, woran das liegen kann.

Tagebuchschreiben kann besonders wichtig sein, um die gewonnene Klarheit zu fokussieren.

Setze jetzt also deine Intentionen für den nächsten Zyklus, setze Ziele und entscheide, was deine Aufmerksamkeit braucht.

Auch beim Sport ist nun Ruhe angesagt. Leichtes Yoga zum Stretchen und Spaziergänge reichen gerade in den ersten beiden Tagen aus.
Hör danach einfach auf dein Gefühl, wie viel du machen möchtest.

Cycle Sync 2

Dein Leben wird sich ebenso verändern wie deine Beziehung zu deinem Körper.

Wie das alles zusammenspielen kann

Mit dem Wissen um das Funktionieren der Welt, wie wir es als Kinder gelernt haben, erscheint es zunächst unmöglich, die Empfehlungen der einzelnen Phasen umzusetzen.
Schließlich wird jeden Tag alles verlangt und man kann keine wichtigen Termine verschieben, nur weil die Phase gerade nicht perfekt ist.

Das stimmt natürlich.
Im Arbeitsleben wie im Sozialleben gibt es Dinge, die wir nicht ändern können.

Die einzelnen Phasen zeigen uns auch nicht, was wir gerade gar nicht können.
Sie weisen nur darauf hin, worin wir besonders gut sind.

Cycle Sync bedeutet nicht, alles auf den Kopf zu stellen und die Hälfte des Monats allein im Homeoffice zu verbringen.
Es bedeutet aber, die Stärken der einzelnen Phasen auszunutzen und für dich zu nutzen.

Versuche nicht sofort, alles in deinem Leben komplett zu ändern.
Das würde dich nur überfordern.

Fang stattdessen damit an, dir über die Phasen bewusst zu werden und beobachte aufmerksam, wie genau sie sich auf dich auswirken.

Was du dann damit machst, ist so individuell, dass ich dir dafür keine Tipps geben kann.
Höre einfach auf deinen Körper und deine Intuition.

Beide wissen mehr als wir.

 

Du bist großartig. Pass dein Leben an DICH an!

Hast du schon Erfahrungen mit dem cycle syncing gemacht?
Teile sie mit uns in den Kommentaren und helfe damit anderen, ihr Leben zu verändern.

 

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