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Wie du die Kraft des Gebets für dich nutzen kannst – ohne Religion

gebet

Wenn ich das Wort Gebet höre, schalten meine Ohren beinahe automatisch auf Durchzug.
Dabei denke ich an verstaubte, kalte Kirchenbänke und das Auswendiglernen von Psalmen.
Als Kind habe ich gelernt, dass Beten nur ein Schein ist. Stille ohne Tiefe und Worte ohne Gefühl.
Meine Eltern waren nicht religiös, also kann ich nicht behaupten, dass ich schon viele Gebete gesprochen habe.
Eines hatten die Gebete meiner Kindheit und Jugend aber gemeinsam: Sie waren entweder leer oder verzweifelt – wenn ich zu Weihnachten unbedingt dieses eine Spiel bekommen wollte zum Beispiel.
Ich muss wohl nicht dazu sagen, dass meine Gebete nie erhört wurden.

Die Idee hinter Gebeten hat sich mir nicht erschlossen. Gott um etwas bitten, dass mir gerade fehlt oder das ich haben will? Das kam mir ein wenig psychotisch vor.

Wie das Gebet in mein Leben kam

Erst jetzt gerade, während ich diesen Text schreibe, wird mir bewusst, dass ich schon seit einigen Jahren Gebete benutze ohne es bemerkt zu haben.
Es fing damals in Thailand an, als mir klar wurde, dass ich etwas grundlegendes ändern wollte, damit mein Leben nicht ins Leere läuft.
Ich hatte keine Ahnung, was genau ich wollte. Geschweige denn was ich brauchte.

Gebet

Also startete ich mit dem Einzigen, was damals für mich Sinn ergab: mit dem Wunsch nach Klarheit.
Mein erstes Gebet war keine Bitte, sondern eine Erklärung: ICH BIN BEREIT!

Ich wusste es nicht, aber mit diesem Moment, in dem ich meine Bereitschaft zum ersten Mal aussprach, mich selbst klar zu sehen, veränderte sich mein ganzes Leben.
Es war der Startschuss für meinen Weg, der sich erst im Nachhinein als solcher entpuppte.

Es geschah natürlich erstmal nichts, außer dass ich das Gebet mit immer mehr innerer Überzeugung wiederholte.
Und dass ich die Lust auf mein Studium verlor.
Ich brauchte noch zwei weitere Jahre, um zu verstehen oder eher um mir einzugestehen, dass der von mir vorgeplante Weg nicht für mich bestimmt war.

Ich entwickelte mich weiter und lernte immer mehr über mich, bis ich auf ein unüberwindbares Hindernis stieß: Die Angst.

Sie wütete so mächtig in mir, dass ich das Bedürfnis nach Klarheit schwinden spürte. Zu viel, was ich nicht sehen wollte. Was ich nicht ansehen konnte.

Wie immer kam der Lehrer wenn der Schüler bereit ist.
Ich stieß auf das Buch The Universe Has Your Back* von Gabrielle Bernstein (auf deutsch: Der Universum steht hinter dir – wie wir Angst in Vertrauen verwandeln*).
Ganz unabhängig davon, ob du an die Verbundenheit mit dem Universum glaubst oder nicht. Ja, selbst unabhängig davon, ob ich daran glaube – das tue ich, aber das tut nichts zur Sache.
In diesem Buch sprang mir ein Gebet ins Auge, das mich seither nicht mehr losgelassen hat:

Danke, Universum, dass du mich führst, um die Angst durch Liebe zu heilen.

Gebet nutzen

Als ich es zum ersten Mal las, wusste ich nicht genau, was es bedeutet. Ich fühlte nur die Anziehungskraft und wusste, dass es das Richtige für mich war.
Also integrierte ich es. Nicht so wie man Affirmationen integriert und sie 100 Mal am Tag wiederholt.
Ich wiederholte es nur selten, wenn mir danach war.
Als Abschluss meiner Meditation, wenn ich besonders glücklich oder etwas schwierig war und vor dem Einschlafen. Mir gefiel das kleine Ritual und die Worte.
Ich erwartete nichts, fand die Worte nur irgendwie passend und spürte die emotionalen Reaktionen in mir.

Zuerst kam die Dankbarkeit, die – da bin ich mir sicher – absichtlich hinein gemogelt wurde. Sie war tiefer und stärker, als ich es aus anderen Dankbarkeitsübungen kannte.
Nach einigen Wochen folgte ein Vertrauen, das ich nicht erklären konnte. Ich machte mir nicht die Mühe, weiter nachzuforschen.
Das Gebet beruhigte mich, gab mir Stärke und Liebe.

Und dann kamen die Albträume. Nicht so absurde Fantasieträume, sondern sehr real anmutende Träume von Ereignissen, vor denen ich Angst hatte.
Sie wiederholten sich jede Nacht. Jede Nacht wachte ich auf und versuchte die Bilder und Emotionen zu verdrängen. Es half nicht. Die Träume kamen wieder.
Bis ich mich eines Nachts daran erinnerte, die Emotionen zu spüren und sie nicht wegzudrücken. Ich nahm sie an, spürte sie und versöhnte mich mit ihnen.
Es war eine anstrengende Zeit, aber ich lernte, dass ich stark genug war, um die Dinge zu ertragen.

Irgendwann hörten die Träume wieder auf und ich lernte, der Angst selbst mit mehr Liebe und Verständnis zu begegnen. Nicht als Feind, sondern als Teil von mir.
Ich verstand, dass die Angst nur von Weitem beängstigend ist. Wie bei einem Sturm wird es ruhiger, je näher man dem Kern kommt.

Dies ist keine glorreiche Geschichte, wie ich die Angst besiegte und von da an ohne sie weiterlebte. Natürlich empfinde ich noch immer Angst. Und oft genug vergesse ich, wie ich richtig mit ihr umgehe. Ich lasse mich nur nicht mehr davon lähmen und sehe sie als Möglichkeit zu wachsen.

Gebete nutzen

Mittlerweile kann ich nicht mehr genau sagen, wie lange ich das Gebet schon benutze. Mal bete ich mehrmals am Tag und dann wieder tagelang nicht.
Nachwievor erfüllt es mich mit Dankbarkeit, Vertrauen, Zuversicht und Liebe. Ich spüre das innere Lächeln in mir, wenn ich bete.
Vielleicht auch deshalb, weil ich es nur benutze, wenn ich es voller Inbrunst sagen kann. Wenn ich wirklich bereit bin, mich mit den Worten und den Emotionen zu verbinden.

Genau darum geht es beim Beten eigentlich. Es geht um die Gefühle, die wir mit dem Gebet verbinden.
Egal, ob es an Gott, das Universum, dich selbst oder das heilige Spaghettimonster gerichtet ist.
Egal sogar, ob du an diese Instanz glaubst. Du musst das Gebet niemandem widmen. Es kann einfach an das Sein selbst gerichtet sein.
Wichtig sind nur die Emotionen, die die Worte in uns auslösen.

Solange sich die Worte für mich nicht leer anfühlen, werde ich mein Gebet weiter benutzen. Erst wenn es keine tiefere Bedeutung mehr für mich hat, suche ich mir andere Worte.

Wenn du es mit einem Gebet versuchen möchtest, suche dir Worte, die dich direkt ansprechen. Wenn du dich zu einem Gebet hingezogen fühlst, ist es auch das richtige für dich.
Und mach dir keine Sorge. Sobald du dich auf die Suche machst, wird es zu dir kommen.

Im Zweifelsfall schadet es nicht, um Klarheit oder eine neue Perspektive zu bitten.
ICH BIN BEREIT, ES ANDERS ZU SEHEN ist ein wundervolles und starkes Gebet.

Gebet

 

Schlussgedanken

Einige werden sich wundern, dass ich überhaupt das Wort Gebet benutze. Ich hätte auch Affirmation oder Mantra sagen können.
Aber mir geht es beim Gebet nicht darum, meine Realität zu verändern. Es geht nicht um Kontrolle.
Beim Gebet geht es darum, loszulassen. Zu vertrauen. Sich dem Leben und dem Sein zu überantworten.

In unserer Gesellschaft gibt es ein starkes Übermaß an Kontrolle und ein Mangel an Vertrauen.
Versuche es einfach mal.
Lass los und beobachte, was zu dir zurück kommt.

Fällt es dir schwer, die Kontrolle abzugeben und dich fallen zu lassen?

Wenn du dir ein Gebet suchst, dann verzichte auf Wünsche oder Bitten.
Bedanke dich, erkläre etwas oder erinnere dich einfach an die Verbundenheit mit allen Dingen.
Auf gar keinen Fall solltest du darum bitten, dass du selbst dich veränderst.

Du bist schon perfekt. Du hast es vielleicht nur noch nicht erkannt.

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