lifestyle design

Ein bisschen Hygge, bitte!

Hygge

Hygge ist das dänische Wort für Gemütlichkeit. Zumindest ist Gemütlichkeit das einzige deutsche Wort, das dem nahe kommt.
Tatsächlich ist Hygge viel mehr. Es beschreibt keinen Zustand, sondern ein Lebensgefühl, das so komplex ist wie das Leben selbst.

Hygge umschreibt eine Gemütlichkeit für die Umgebung, den Körper und den Geist, die von Achtsamkeit, Einfachheit, Freundlichkeit und Genuss geprägt wird.

Es geht also darum, das Leben zu genießen!
Es richtig wertzuschätzen und die Zeit zu nutzen für das, was wirklich zählt.

Hygge ist damit viel mehr als ein Einrichtungstrend.
Und gleich vorweg schon mal eine gute Nachricht: Es ist gar nicht so schwer, ein bisschen mehr Hygge in dein Leben zu bringen.

Hygge und Minimalismus

Es gibt zwei Perspektiven auf Hygge.
Die eine sagt, dass Hygge das Gegenteil von Minimalismus ist.
Die andere, dass Hygge und Minimalismus eigentlich das Gleiche sind.

Und beide Meinungen haben irgendwie Recht.
In beiden Ideen geht es darum, das Leben zu vereinfachen.
Klarheit gegen Stress und Überforderung einzutauschen.

Gemeinsam ist ihnen auch die Erkenntnis, dass Dinge nicht glücklich machen können.
Denn die Freude entsteht im Inneren und kann nicht im außen gefunden werden.
Weniger Dinge bedeutet weniger Ablenkung.

Im Hygge geht es aber anders als beim Minimalismus nicht darum möglichst wenig zu haben.
Vereinfachung spielt auch beim Hygge eine Rolle, aber der Fokus wird hier deutlich stärker auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse gelegt.
Und das in allen Bereichen.

Während Minimalismus manchmal dazu neigt ein wenig zu kalt und unbelebt zu wirken, hat Hygge die Tendenz dazu eher etwas zu vollgestopft zu sein.

Ich finde deshalb die Idee von Pia Edberg wundervoll, beide Konzepte miteinander zu verbinden.
Sie kombiniert in ihrem Buch The cozy life* klare, einfache Strukturen mit dem Bedürfnis nach Gemütlichkeit.
Was bleibt und was nicht, wird nicht mehr nur nach den Grundregeln des Minimalismus entschieden, sondern um eine wichtige Frage ergänzt: Was liebe ich?

Hygge sind nämlich auch die schönen Kindheitserinnerungen, die Fotos der Lieblingsoma und der alte ausgeleierte Pullover, den man nur noch zuhause tragen kann, in dem man sich aber sofort geborgen fühlt.

Gehen wir es also an und bringen ein bisschen Hygge in unser Leben!

Hygge in deiner Wohnung

Der einfachste Ort für jede Veränderung ist immer die Wohnung.
Wenn du so bist wie ich, dann reibst du dir jetzt wahrscheinlich schon erwartungsvoll die Hände und kannst es kaum abwarten, damit anzufangen.
Wenn du dagegen eher Probleme damit hast, dich für Gestaltung und Aufräumen aufzurappeln, dann überspring diesen Abschnitt und mach erstmal etwas anderes.

Während ich diesen Artikel schreibe ist es so halb Hygge um mich herum.
Ich sitze mit Decke und Tee auf dem Sofa und die Nachmittagssonne scheint durchs Fenster herein -absolut Hygge-.
Aber neben mir steht ein Wäscheständer und davor ist ein kleiner Haufen aus den Sportsachen meines Freundes und dahinter noch einer mit Geschenken für eine Freundin, die ich schon längst hatte einpacken wollen.
In unserem Wohnzimmer wird gelebt. Das kann man nicht abstreiten.

Aber Unordnung ist ein schlechter Start, um in die Idee des Hygge einzusteigen.
Ich räume also erstmal auf und ich empfehle dir das Gleiche zu tun.

Bist du soweit? Super!

Hygge

Hygge in dein Zuhause zu bringen ist nicht sonderlich schwer.
Wie auch beim Minimalismus geht es um Achtsamkeit.
Es geht darum, bewusst zu entscheiden, wie du deine Wohnung gestalten möchtest.

Das Zuhause ist in der Philosophie des Hygge nämlich ein beinahe heiliger Ort.
Hier kannst du wirklich du selbst sein. Du bist geschützt und hast alle Sicherheit, die dir diese Welt geben kann.

Bei so viel Geborgenheit, die dir deine Wohnung schenkt, ist es Zeit etwas zurück zu geben.
Wie alles in deinem Leben kannst du dein Zuhause nur dann genießen, wenn du sie wertschätzt.
Egal ob sie dir eigentlich zu klein ist, die Straße zu laut oder immer wieder Schimmel an der einen Wand entsteht.
Es ist dein Zuhause. Hier verbringst du den größten Teil deines Lebens.
Also sorge für ein Grundmaß an Ordnung. Betrachte es wie eine gegenseitige Symbiose. Je mehr Liebe du in deine Wohnung hineinsteckst, desto mehr Geborgenheit kommt zu dir zurück.

Das bedeutet nicht, dass du alles klinisch sauber und steril haben musst.
Wie schon gesagt soll es nicht kalt, sondern gemütlich sein.

Schließe mal kurz die Augen und stell dir vor, du wärst nur von Dingen umgeben, die du wirklich liebst. Deren Anblick dich erfreut und stärkt.
So sieht Hygge aus.

Das ist natürlich bei allen total verschieden. Was mir gefällt, findest du vielleicht total schrecklich.
Hier aber doch ein paar Ideen, die du als Anregungen nehmen kannst, um dein Zuhause zu deinem Tempel zu machen.

Mache Bequemlichkeit zu einer Tugend. Egal ob es um Stühle, das Bett, das Sofa oder der Platz auf dem Teppich geht: Es sollte bequem und ein wenig weich sein.

Setzte auf Qualität bei den Dingen, mit denen du dich umgibst. So schätzt du alles mehr wert und behandelst es auch besser.
Hör dabei einfach auf dein Herz. Es muss nicht unbedingt teuer sein, nur solide und irgendwie … richtig.

Zur Gemütlichkeit gehört Wärme.
Das Gefühl von Wärme erreichst du durch sanfte Farben, indirektes Licht, Kerzen, geschwungene Kanten und weiche Textilien.

Und weißt du was auch Hygge ist?
Die Natur.

Bring also Pflanzen in deine Wohnung.
Sie sind nicht nur die perfekte Deko, sondern verbessern auch gleich die Luft und filtern Schadstoffe heraus.

So erschaffst du ein Zuhause, in dem du dich wohlfühlst und in dem sich auch Gäste willkommen fühlen.

Hygge

Dein Zuhause ist ein Teil von dir. Ein sicherer Hafen – an diesem bestimmten Ort und in dir.
Wie dein Zuhause ist, wirkt sich auch auf dich aus.
Es ist mehr als nur ein Ort.
Es ist ein Gefühl, dass wir – wenn es erst mal in uns ist – überall mithinnehmen können.

Um diese Gemütlichkeit zu kultivieren, kannst du sogar noch weiter gehen.
Hier findest du noch ein paar schöne Anregungen für deinen Alltag.

Hygge in deinem Alltag

Wie auch bei der Gestaltung deines Zuhauses, kannst du dein Leben einfacher gestalten.
Es geht im Leben schließlich nicht darum, wie viel du geschafft hast.
Am Ende geht es darum, mit wie viel Liebe und Freude du gelebt hast.

Setze dein Leben zumindest zwischendurch mal auf Slow Motion.
Nimm Entspannung in deinen Alltag auf, damit deine Energie aufladen kann.
Mach mal einen Detox von elektronischen Geräten oder von der täglichen Informationswelle.

Sei auch mal für dich allein und genieße die Ruhe.

Gemütlichkeit ist nicht nur eine Frage der Einrichtung, sondern auch eine Geisteshaltung.
Lerne die Momente wertzuschätzen. Zum Beispiel diesen Moment jetzt gerade, wo du diesen Artikel liest. Bleib im Hier und Jetzt und genieße einfach was ist.
Lerne, dich an den kleinen Dingen zu freuen.
Und mache das zu einer bewussten Entscheidung.

Kerzenlicht bringt viel Gemütlichkeit

Kerzenlicht bringt viel Gemütlichkeit

Dazu können dir Entspannungsübungen, Meditation oder Yoga ebenso helfen wie ein Tee oder entspannende Düfte.

Auch bequeme Kleidung kann dazu beitragen. Setze auf Komfort und weiche Stoffe, damit du dich in deiner Kleidung wie Zuhause fühlst – egal wo du bist.
Am Ende zählt, wie du dich fühlst. Und nicht, wie andere dich sehen.

Bring Wärme in deine Beziehungen zu anderen.
Suche auch bei Fremden Gemeinsamkeiten. Konzentriere dich auf die Verbindung und Intimität.
Begegne allen fröhlich, hilfsbereit und gebend.
Übe dich in Gastfreundschaften. Auch bei unerwarteten Gästen.
Und vor allem: Genieße das Zusammensein mit den Menschen, die du liebst.
Das ist Hygge.

Und das kannst du auch bei der Arbeit umsetzen.
Neben einem gemütlich eingerichteten Büro mit Pflanzen und persönlichen Accessoires, tragen auch Freundlichkeit und Vertrauen zwischen den Kollegen dazu bei, eine entspanntere Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
So kannst du Energie und Ruhe tanken, während du arbeitest.

Hygge als Grundeinstellung

„Hygge is where the heart and the soul meet.”

„Hygge is where the heart and the soul meet.”

Bei Hygge geht es also um Freude und die schönen Dinge des Lebens.
Selbstliebe gehört dazu ebenso wie eine positive Sicht auf die Welt und die Menschen.
Es ist Hygge, wenn du bewusst und aufmerksam bist, wenn du die Schönheit in allem sehen kannst.
Habe ein offenes Herz und begegne anderen und dir selbst freundlich. Gehe mit Liebe an alles und jeden heran.
Schätze die Schönheit, aber finde auch das Positive im Schlechten.

Hygge ist nicht, auf eine bestimmte Art und Weise zu sein.
Hygge ist die Entscheidung, einfach du selbst zu sein. Zu wissen, wer du bist, und aus diesem Wissen heraus ein erfülltes Leben zu gestalten.

Fokussiere dich auf das Wichtige im Leben.
Und dafür musst du wissen, was dir tatsächlich wichtig ist.

Mehr Hygge bringst du in deinen Geist, indem du dir wirklich Zeit für dich nimmst.
Journaling ist ebenso hilfreich, wie das Ausdrücken von Gefühlen oder Wertschätzung.
Es ist immer ein wenig Zeit zum reflektieren da. Nimm sie dir.
Vertraue deiner Intuition und lerne, auf deine innere Stimme und deinen Körper zu hören.
Gib dich ruhig mal schönen (Kindheits-)Erinnerungen hin oder träume einfach etwas.
All das ist Hygge und alles wird dich etwas entspannter und etwas glücklicher machen.

Fazit

Wie du siehst, ist es ganz einfach, ein wenig Gemütlichkeit in dein Leben zu integrieren.
Schon kleinste Veränderungen können zu einem ganz anderen Lebensgefühl führen.

Probiere es einfach mal aus und lass dich von den Effekten überraschen.

Du bist großartig. Pass dein Leben an DICH an!

 

In welchen Bereichen ist dein Leben schon Hygge?
Wo kannst du von diesem Lebensgefühl noch etwas mehr gebrauchen?
Ich freue mich darauf, von dir zu hören.

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.