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KonMari-Methode – Selbsterkenntnis durch Ausmisten

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Die letzte Methode, die ich dir in dieser Reihe vorstellen möchte, ist wahrscheinlich auch die bekannteste. Die KonMari-Methode wurde von Marie Kondo ins Leben gerufen. Als ich mich zum ersten Mal mit dem Thema ausmisten beschäftigt habe, bin ich direkt auf ihr Buch The lifechanging magic of tidying up* (bzw. magic cleaning* wie die deutsche Ausgabe heißt) gestoßen. Ich habe es verschlungen und war direkt von der Idee gefangen. In zwei Tagen habe ich das Buch durchgelesen und am Tag darauf habe ich direkt mit den ersten Schritten angefangen. Bei dieser Methode wird alles mitgedacht. Damit ist es perfekt für mich. Und vielleicht auch für dich. Diesen Artikel wollte ich schon lange schreiben, weil es mich so stark beeinflusst und beschäftigt hat. Allerdings war das auch das Problem dabei. Ich hatte Sorge, dem Thema nicht gerecht zu werden, wichtige Aspekte zu vergessen, weil ich keine Distanz dazu aufbauen konnte. Dies ist also das Herzstück dieser Reihe. Ich glaube noch immer, dass es sich lohnt, das Buch selbst gelesen zu haben, aber dieser Artikel gibt dir einen Überblick, damit du entscheiden kannst, ob es sich für dich lohnt. Ich gebe dir hier keine Eins-Zu-Eins-Wiedergabe des Inhalts, sondern greife nur die Aspekte auf, die mir persönlich wichtig und hilfreich waren.

Die KonMari-Methode

Hinter der Methode steht nicht einfach nur der Wunsch nach einer ordentlichen Wohnung. Klar ist das auch ein wichtiger Aspekt. Aber es steckt mehr dahinter. Mit ihr kommt nämlich eine ganze Philosophie in dein Leben, die in der Wertschätzung deines Lebens und der Dinge, die sich darin befinden, fußt. Nach Marie Kondo haben Dinge in deinem Leben nur einen einzigen Sinn: Dich glücklich zu machen. Das können sie tun, indem sie dich an schöne Erfahrungen erinnern, indem sie dein Leben vereinfachen oder einfach selbst schön sind. Im besten Fall treffen mehrere Aspekte gleichzeitig zu.
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Stell dir vor, vor dir liegt nur genau das, was du jetzt gerade auch wirklich brauchst. Spürst du die Freiheit?

Zum Auftakt des Prozesses wird dein Zuhause umgedeutet. Es ist keine Abstellkammer und auch kein bloßer Schlafplatz mehr, sondern wird zu einem heiligen Zufluchtsort. Ein Ort, an dem du so sein kannst, wie du bist. An dem du frei und unbeschwert sein kannst. Um diesen Effekt zu erhalten, ist es wichtig, deine Wohnung und alles darin liebevoll zu behandeln. Marie schlägt vor, die Wohnung jedes Mal zu begrüßen, wenn du sie betrittst. Laut oder nur in Gedanken, damit nicht alle glauben, dass du vollkommen verrückt wirst. Das hilft dabei, eine wertschätzende Haltung einzunehmen, und du beginnst ganz automatisch anders an die ganze Declutter-Sache heranzugehen. Die weitere Besonderheit ist, dass du diese Form des Ausmistens nicht einfach nebenbei machen kannst, während der Fernseher läuft oder deine beste Freundin am Telefon ist. Es geht um eine ganz bewusste Auseinandersetzung mit den Dingen, die dein Leben ausmachen. Bewusst bedeutet in diesem Fall rational und emotional. Erst wenn du dich mit den Erinnerungen hinter den Gegenständen auseinander gesetzt hast, kannst du diese abschließen und wirklich entscheiden, was du behalten möchtest. Dieser Prozess kostet nicht nur Zeit, sondern verlangt auch ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich würde ihn dir aber nicht ans Herz legen, wenn sich das nicht wirklich lohnen würde.

So funktioniert’s

Das Kernstück der KonMari-Methode ist das Vorgehen nach Kategorien. Es werden beispielsweise nicht die Kleidung im Schrank ausgemistet und anschließend die in der Kommode. Stattdessen werden alle T-Shirts herausgenommen und gemeinsam durchgegangen. Danach folgt die nächste Kategorie, dann die nächste und so weiter. Da es anfangs wirklich schwierig ist, die Methode genau umzusetzen ohne zu mogeln, gibt Marie Kondo eine genaue Reihenfolge für die Kategorien vor. So steigt die Schwierigkeit mit deinem Können und du fühlst dich nicht überfordert. Schwierig wird es trotzdem das ein ums andere Mal, aber eben nicht so schwierig, dass du alles abbrichst.

1.      Kategorien zusammensuchen

Oft verstecken sich ähnliche Gegenstände in ganz unterschiedlichen Räumen deines Zuhauses. Putzmittel sind ein gutes Beispiel dafür. Sie tummeln sich meist da, wo sie gebraucht werden – also überall. Der erste Schritt der KonMari-Methode besteht deshalb darin, alle Dinge einer Kategorie zusammenzusuchen. Hierbei solltest du es wirklich genau nehmen. Geh am besten nochmal alle Räume ab und stelle sicher, dass du nichts vergessen hast. Streng genommen musst du nämlich alles wegschmeißen, was du vergisst. Schließlich war es nicht so wichtig, dass du daran gedacht hast. So genau habe ich mich daran aber nicht gehalten. Wenn du alle Dinge der Kategorie zusammengesucht hast, kannst du mit dem eigentlichen Prozess beginnen.

2.     Bewusste Wahrnehmung

Nimm das erste Stück in die Hand und nimm es bewusst wahr. Konzentriere dich genau darauf, wie es sich in deiner Hand anfühlt und wie es aussieht. Gehe dann weiter und konzentriere dich auf das Gefühl, dass du mit diesem Stück verbindest. Wie fühlst du dich, während du es in der Hand hast? Welche Erinnerungen steigen in dir auf? An diesem Punkt brauchst du eventuell ein wenig Zeit, um die aufsteigenden Erinnerungen zu bewältigen. Nimm dir diese Zeit. Niemand hetzt dich. Mit etwas Übung geht es aber immer schneller und bald kannst du schon beim Hochnehmen genau wahrnehmen, wie du dich fühlst.

3.     Entscheidung

Jetzt kommt die Frage aller Fragen: Möchte ich dieses Stück behalten? Weil diese Frage zu grob ist, startest du mit einer konkreteren Frage: Bringt mir dieser Gegenstand Freude? Freude kann etwas bringen, indem es einfach schön ist und dich der Anblick glücklich macht. Oder du verbindest besonders schöne und wichtige Erinnerungen mit ihm, sodass du jedes Mal strahlst, wenn dein Blick darauf fällt. Oder er ist einfach ungemein praktisch und vereinfacht dein Leben, sodass du mehr Zeit für die Dinge hast, die dich glücklich machen. Wenn die Antwort nein ist, dann kommt der Gegenstand auf den „Weggeben“-Haufen. Es ist erstmal egal, was weiter damit passiert.
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Wenn du nur behältst, was du wirklich willst, bleibt Platz zum Leben.

Wenn du den Gegenstand aber behalten möchtest, weil er dich wirklich glücklich macht, dann kommt er auf den „Behalten“-Haufen. Packe die Dinge, die du behalten möchtest weg, aber räume sie nicht sofort wieder zurück.

4.     Den richtigen Platz finden

Erst wenn du alle Kategorien oder zumindest alle zusammengehörenden Kategorien abgeschlossen hast, kannst du wirklich entscheiden, welche Gegenstände an welchen Platz gehören. Du brauchst den Überblick über den gesamten verfügbaren Platz und die bleibenden Gegenstände, um diese sinnvoll organisieren zu können. Die Methode zur Organisation ist bei der KonMari-Methode sehr umfangreich, deshalb bekommt sie einen eigenen Artikel. Nur in groben Zügen: Gegenstände einer Kategorie werden zusammen untergebracht und so organisiert, dass alle gut erreichbar sind. Um der nächsten Unordnung entgegenzuwirken, werden bei Mehrpersonenhaushalten zudem nach Personen unterschieden, sodass alle Gegenstände einer Person an einem Ort sind. Dazu kannst du hier mehr lesen. Hier geht es erstmal weiter mit den Vor- und Nachteilen weiter.

Vorteile

Ein klarer Vorteil der Methode ist die Konzentration auf die Frage, ‚was behalte ich?‘  statt ‚Was schmeiße ich weg?‘. Dadurch baut sich weniger Widerstand auf und jeder Gegenstand wird bewusst behalten. Ganz nebenbei findest du dabei deinen eigenen individuellen Stil, denn du behältst automatisch nur das, was dir steht und deiner Persönlichkeit Rechnung trägt. Außerdem bekommst du während des Prozesses einen guten Überblick darüber, was du eigentlich besitzt, wie viel Platz du zur Verfügung hast und wie nah du deiner idealen Wohnung bereits bist. Das wirkt sich auch auf dein späteres Konsumverhalten aus. Du wirst ganz von allein bewusster mit Kaufentscheidungen umgehen und dabei den gleichen Fragen folgen, mit denen du deinen ganzen Kram schon aussortiert hast. Während des gesamten Ausmistens bist du selbst die einzige Entscheidungsgrundlage. Im Laufe des Prozesses wird dir immer klarer, was du willst und wie dich verschiedene Gegenstände und Situationen fühlen lassen. Weil du dich selbst befragst, verbindest du dich mit deiner inneren Stimme und kommst so ganz nebenbei zu mehr Selbsterkenntnis. Du kannst kaum aus diesem Prozess herausgehen, ohne deine Prioritäten erkannt zu haben.

Nachteile

Dass du dir mit der KonMari-Methode einen Großteil der Psychotherapie sparst, ist allerdings nicht nur ein Vorteil. Es können durchaus Trigger ausgelöst werden, mit denen du allein nicht so gut zurechtkommst. Außerdem ist diese intensive Auseinandersetzung anstrengend und führt schnell zur Ermüdung, sodass man es kaum schafft, alles in einem Rutsch zu erledigen. Mal ganz davon abgesehen, dass der ganze Prozess sehr zeitintensiv ist. Besonders der Anfang fällt bei dieser Methode schwer, weil die Verbindung zu sich selbst erst aufgebaut werden muss. Wenn es dir da wie mir geht, dann kommst du kaum drumherum, die ersten zwei drei Kategorien später zu wiederholen. Die fehlende ‚weiß nicht‘-Kategorie macht es nicht gerade einfacher. Du musst dich entscheiden und zwar sofort. Und möglichst schnell. Wenn du für eine Entscheidung zu lange brauchst, ist das nach Marie Kondos Ansicht ein Zeichen dafür, dass der Gegenstand weggeworfen werden sollte. Gleiches gilt wie gesagt für alle Dinge, die beim ersten Schritt vergessen werden.
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Freie Oberflächen bringen eine Klarheit, die nicht nur beim Arbeiten Wunder bewirkt.

Für wen ist die KonMari-Methode geeignet?

Die KonMari-Methode eignet sich trotzdem für alle, die ihre Wohnung intensiv ausmisten und sich selbst dabei etwas besser kennen lernen möchten. Selbst wenn du nicht viel Zeit hast, kannst du die Methode umsetzen. Wie klein du die Kategorien setzt, bleibt nämlich ganz dir selbst vorbehalten. Und auch wenn du nur eine Kategorie pro Woche schaffst, kommst du nach und nach zum Ziel. Nicht geeignet ist die KonMari-Methode, wenn du stark traumatisierende Erfahrungen hinter dir hast, die du bislang nicht bewältigen konntest. In diesem Fall wäre es besser, die Auseinandersetzung mit deiner Vergangenheit mit liebevoller Unterstützung anzugehen. Schwierig wird es auch, wenn sich die Wohnung in eigene, fremde und gemeinsam genutzte Gegenstände aufteilen lässt. Dann kannst du nämlich nur deine eigenen Dinge entrümpeln.

Schlussgedanken

Ich habe mit der KonMari-Methode angefangen, meine Wohnung auszumisten. Nach der anfänglichen Euphorie kamen erste Erschöpfungserscheinungen, sodass ich mehrere Monate Pause gemacht habe. Bei Dingen wie Küchenutensilien und Geschirr finde ich es etwas schwierig, mit der Frage ‚macht es mich glücklich?‘ zu arbeiten, aber es geht einigermaßen, wenn man glücklich mit lebensbereichernd gleichsetzt. Eine Pfanne beispielsweise macht mich nicht glücklich, aber die Möglichkeiten der Essenszubereitung machen das Leben doch um einiges schöner. Du bist großartig. Pass dein Leben an dich an und liebe dich.
In meinem Bücherregal steht die Sonderedition von Alterra. Drei wunderschöne Bücher und ein Geschenk von Flo. Obwohl ich sie liebe, weiß ich doch, dass ich die Bücher bestimmt nicht noch mal lese. Und trotzdem werden sie diesen Platz so schnell nicht räumen. An welchem Lieblingsstück hängst du, obwohl es keinen Zweck erfüllt?
Hinter der KonMari-Methode steht nicht nur der Wunsch nach einer ordentlichen Wohnung. Sie fußt auf der Wertschätzung deines Lebens und der Dinge darin. Hinter der KonMari-Methode steht nicht nur der Wunsch nach einer ordentlichen Wohnung. Sie fußt auf der Wertschätzung deines Lebens und der Dinge darin. Hinter der KonMari-Methode steht nicht nur der Wunsch nach einer ordentlichen Wohnung. Sie fußt auf der Wertschätzung deines Lebens und der Dinge darin. Hinter der KonMari-Methode steht nicht nur der Wunsch nach einer ordentlichen Wohnung. Sie fußt auf der Wertschätzung deines Lebens und der Dinge darin.
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