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minimalistisch kochen – weniger Arbeit, mehr Zeit, mehr Genuss

minimalistisch kochen Titel

Minimalismus ist mehr als nur ein Einrichtungsstil oder die Capsule Wardrobe Idee.
Es ist eine Einstellung. Ein Prinzip zu leben, das uns den Genuss von wahrem Luxus wieder näher bringt.
Einem Luxus, der nicht aus mehr Sachen, sondern mehr Zeit, mehr Raum und mehr Freude besteht.

Und weil es so ist, erstreckt sich der Minimalismus auf alle Bereiche des Lebens.
Nicht nur auf deine Sachen, sondern auch auf die Zeiteinteilung und Lebensgestaltung.

Das alles lässt sich eigentlich in einem Wort zusammenfassen: Prioritätensetzung.
Wenn du unterscheidest, was dir wichtig ist und was nicht, kannst du dein Leben ganz anders leben.

Putzen und Kochen gehören zu den Dingen, die unumgänglich sind. Zumindest wenn du einigermaßen gemütlich und gesund leben möchtest.
Beides nimmt aber auch viel Zeit und Energie in Anspruch. Oder?

Das muss nicht unbedingt sein!
Minimalismus kannst du auch in der Küche walten lassen.

die Idee hinter minimalistisch kochen

Minimalistisch zu kochen bedeutet nicht, nur schnell eine Tomatensuppe aus der Tüte zu schlürfen. Ganz im Gegenteil.
Das Hauptaugenmerk hierbei liegt auf dem Genuss.

Jede Mahlzeit ist wichtig und will als solche gewürdigt werden.
Achtsamkeit, bewusstes Genießen und liebevolles Anrichten jedes einzelnen Essens wirken auf den ersten Blick vielleicht nicht minimalistisch, sind es aber durchaus.

minimalistisch Kochen  bedeutet Genuss

minimalistisch Kochen bedeutet Genuss

Dabei gibt es natürlich keine klaren Regeln, was minimalistisch ist.
Du liebst kochen und kannst dabei wunderbar entspannen? Super, dann nimm dir mehr Zeit fürs Kochen!
Oder ist kochen für dich ein notwendiges Übel, mit dem du nicht mehr Zeit verbringen möchtest als notwendig?
Auch kein Problem.

Minimalistisch kochen bedeutet, was du willst und so viel du willst.
Sowohl was die Mahlzeiten angeht, als auch die investierte Zeit.

Selbst wenn du kochen liebst und gerne viel Zeit in der Küche verbringst, kannst du vom minimalistischen Kochen profitieren.
Schließlich hast du nicht jeden Tag so viel Zeit und Energie.
Und an stressigen Tagen soll trotzdem etwas Gutes auf den Tisch.

Die grundlegende Frage ist: WAS IST MIR WICHTIG?

Wenn ich darüber nachdenke, ist mir alles wichtig. Ich möchte gesundes, leckeres Essen, das schnell und einfach zubereitet werden kann. Ich möchte wenig Verarbeitung, wenig Belastung an Schadstoffen und möglichst wenig Müll. Dafür aber viele Nährstoffe und Genuss.

Minimalistische Rezepte

All diese Wünsche können mit minimalistischen Rezepten erfüllt werden.
Es gibt keine genauen Regeln. Jeder muss seine eigene Definition finden.

Für mich sind Rezepte minimalistisch, wenn sie:

  • nicht mehr als 10 Zutaten benötigen
  • höchstens 30 Minuten Arbeitszeit erfordern
  • ich wenig Zubehör benötige
  • sie einfach und leicht sind

Kurzum: Ein Rezept muss auf eine Karteikarte passen, ohne sie umdrehen zu müssen.

Je weniger Arbeit und Aufwand du betreiben musst, desto besser.
Weniger Zeit in der Küche bedeutet nämlich auch mehr Zeit fürs Essen und Genießen.

Bist du neugierig auf einige Beispiele geworden?

Schau doch mal bei Minimalist Baker vorbei. Dort findest du richtig tolle Rezepte für alle Gelegenheiten. Auch, aber nicht nur süßes Gebäck.
Sie sind minimalistisch, vegan und oft glutenfrei.
Außerdem gibt es einige nützliche How To’s zu verschiedenen Saucen und Milchalternativen.
Und von Dana gibt es dieses wunderschöne Kochbuch*:

Neben der Auswahl an Rezepten gibt es noch mehr, was du beachten kannst, um dein Kocherlebnis  einfacher, schneller und erfreulicher – eben minimalistischer – zu gestalten.

Vor dem Kochen – Einkaufen und Planen

Vorauszuplanen klingt erstmal nach viel Arbeit. Tatsächlich macht es das Ganze aber viel einfacher.

Zunächst ist es wichtig herauszufinden, was dir am besten liegt.
Ich zum Beispiel benutze keine Kochbücher und in einer App gespeicherte Rezepte vergesse ich sofort wieder.

Karteikarte minimalistisch kochen

Mit einer Karteikarte kannst du deine Lieblingsrezepte super sortieren und hast alles auf einen Blick.

Anstatt deine Rezepte umständlich in leere Kochbücher zu übertragen oder in einer App zu speichern, kannst du sie auch auf kleine Karteikarten schreiben.
So siehst du alles auf einen Blick, kannst die Karten nach belieben zusammenstellen und die Einkaufsliste entsprechend anpassen.

Das Planen funktioniert am einfachsten, wenn du immer nur 3 Tage planst. Zwar musst du dann zwei Mal die Woche einkaufen, aber dafür bleibt das Gemüse frisch und du musst nichts wegschmeißen.
Bei einer genauen Planung kaufst du außerdem nur das, was du wirklich brauchst. So kaufst du nicht aus Versehen viel unnötiges Zeug ein.

Auch Mealprep kann zum minimalistischen Kochen genutzt werden.
Dabei kocht man ein Mal für mehrere Tage vor, verstaut alles in Boxen und stellt es in den Kühlschrank. So hast du immer etwas zu essen im Haus, ohne jedes Mal kochen und aufräumen zu müssen. Das machst du nämlich nur ein einziges Mal.
Mit Mealprep habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt, deshalb kann ich dazu nichts weiter sagen.
Außer dass ich den Luxus genieße, wenn vom Vortag noch etwas zu Essen übrig geblieben ist.

Von PickUpLimes gibt es dieses wundervolle Video zu Mealprep. Sie geht etwas anders daran, als man es sonst so hört. Und die Idee, nur die haltbaren Bestandteile vorzubereiten, finde ich super.

Beim Kochen – Zeit und Energie sparen

Beim Minimieren der Kochzeit geht es nicht um Stress oder darum, die Nudeln noch halb roh zu essen.
Alles dauert seine Zeit und es lohnt sich meist auf die Dinge zu warten.

Das bedeutet aber nicht, dass sich das Kochen unnötig in die Länge ziehen muss.
Aufwendige Rezepte sind nicht notwendig, um ein tolles Ergebnis zu erzielen.

Und mal ganz ehrlich, willst du stundenlang in der Küche stehen? Hast du überhaupt Zeit dafür?

weniger Zutaten

Warum eigentlich ist es so wichtig, wie viele Zutaten in einem Gericht sind?
Das macht doch keinen Unterschied, oder?

Du kannst es dir schon denken: Den macht es tatsächlich.

 

minimalistisch Kochen2

minimalistisch Kochen bedeutet weniger Zutaten, nicht weniger Geschmack

Wenn du weniger verschiedene Zutaten in ein Gericht hinein gibst, brauchst du von dieser Zutat wahrscheinlich etwas mehr.
Du kannst also getrost zu der größeren und meist verhältnismäßig günstigeren Packung greifen, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass es schlecht wird. Du verbrauchst mehr von einer Sache, kaufst aber weniger unterschiedliche Sachen.
Das wird nicht langweilig, denn deine Rezepte ändern sich ja ständig.

Jede Zutat benötigt eine eigene Art der Vorbereitung. Sie sind in unterschiedlichen Behältern, benötigen unterschiedliches Zubehör und haben vielleicht auch unvereinbare Garzeiten.
Wenn du die Zutaten minimierst, sind es automatisch weniger Arbeitsschritte. Und dadurch sparst du nicht nur Zubehör, sondern auch einiges an Zeit.

Es macht deine Essensplanung auch viel einfacher. Anstatt jeden Tag zwanzig verschiedene Gewürze, Gemüsesorten und Kohlenhydratbeilagen zu organisieren, kannst du dich auf einige wenige konzentrieren.

Aufräumen minimieren

Kochen macht Dreck und Unordnung.
Das lässt sich nicht vermeiden.
Aber minimieren.

Zum Beispiel indem du möglichst wenig Zubehör verwendest.
Brauchst du wirklich mehrere Messer, zwei Schneidebrettchen und drei Schüsseln für eine Mahlzeit?
Probiere doch mal mit nur einem Messer alles zu schneiden, nur einen Löffel zum Umrühren der verschiedenen Zutaten zu benutzen oder alles in einer Schüssel zu lagern.

Du hast alles gewaschen und geschnitten und wartest jetzt nur noch darauf, dass es fertig wird?
Dann nutze die Zeit und räum schon mal auf. Spüle die benutzten Messer und Brettchen. Wisch ein Mal über die Arbeitsfläche.
So sieht deine Küche aus, als hättest du sie nicht benutzt und trotzdem hast du ein leckeres Essen.

Wenn dein Essen fertig ist und die Pfanne leer, stell diese doch während des Essens schon mal mit Wasser und Spülmittel in die Spüle.
Nach dem  Essen noch kurz abzuspülen dauert dann nur wenige Minuten und schon bist du fertig.

Alles sofort zu spülen hat nicht nur den Vorteil einer sauberen Küche, sondern vereinfacht auch den Prozess selbst und spart dir dadurch Zeit.

minimalistisch Kochen 4

minimalistisch Kochen kann so ausgefallen oder simpel sein, wie du es willst

Sinnvolle Einrichtung der Küche

Die Einrichtung hat doch nichts mit kochen zu tun?!
Da würden dir alle Köche dieser Welt widersprechen.

Eine sinnvolle Einrichtung kann einen Unterschied von bis zu 30 Minuten machen. Und dir neben der Zeit auch ziemlich viel Geld sparen.

Wie oft hast du schon Backpulver gekauft, nur um später festzustellen, dass ganz hinten im Schrank doch noch etwas war?

Mir ist das früher ständig passiert. Nicht nur mit so kleinen Sachen wie Backpulver.
Zumindest solange bis ich ein Wundermittel entdeckt habe: Boxen

Ja, richtig gelesen. Ich finde, Kisten sind die tollste Erfindung seit wir das Feuer gebändigt haben.

Bei uns besteht der größte Teil der Küche mittlerweile aus Kisten.
Sie passen super in den Schrank und man kann sie thematisch sortieren.

Zum Beispiel haben wir eine Kiste mit Backzutaten.
Wenn ich backen will – was zugegebener Maßen nicht oft vorkommt -, muss ich nicht alle Schränke durchwühlen, um die unterschiedlichen Zutaten zusammen zu suchen.
Ich öffne eine einzige Tür, ziehe zielsicher den Karton mit den Backsachen heraus und bin fertig damit.

So behältst du immer den Überblick über den Bestand und siehst auch, wenn Verpackungen bald ablaufen und aufgebraucht werden müssen.
Und es spart dir so viel Zeit beim Herausholen und Wegpacken.

Und weißt du, was dir das Anfangen deutlich leichter macht?
Freie Oberflächen.
Wenn du nicht erst eine halbe Stunde lang putzen musst, um dann endlich mit dem Kochen beginnen zu können, ist die halbe Arbeit schon getan.

Halte alles sauber und sortiert, miste alte unbenutzte Dinge aus und du wirst gleich viel mehr Freude am Kochen haben. Versprochen.

Übrigens spielt auch die Qualität des Zubehörs beim Kochen eine große Rolle.
Ein gutes Messer kann dir beispielsweise mehrere Minuten sparen und macht viel mehr Spaß.
Investiere lieber in wenige, aber langlebige und hochwertige Pfannen, Töpfe, Messer und was du sonst noch alles brauchst.

Zutaten – Qualität über Quantität

Was für das Zubehör gilt, gilt auch für die Zutaten.

Natürlich sind die Lebensmittel in Deutschland nicht gerade günstig und ich verstehe, wenn du dir schon bei dem Blick auf diese Überschrift die Haare gerauft hast.
Gesund muss aber nicht automatisch teuer sein.

Achte bei der Auswahl deiner Zutaten darauf, dass sie möglichst wenig verarbeitet sind.
Mit jedem Verarbeitungsschritt gehen Nährstoffe verloren und die Zutaten werden anfälliger, sodass mehr Zusatzstoffe hinzugefügt werden müssen.
Bei der Verarbeitung kann es auch immer zu einer zusätzlichen Schadstoffbelastung durch Maschinen kommen.
Weniger ist in diesem Fall also mehr.

Auf den ersten Blick erscheint es schwieriger zu sein, als es tatsächlich ist.
Tausche ab und an mal Nudeln gegen Kartoffeln, Quinoa, Amaranth oder Reis aus. Mehr Nährstoffe und kaum mehr Arbeitsaufwand.

minimalistisch Kochen ist natürlich

Naturjoghurt mit frischem Obst und Getreide ist eine leckere und gesunde Alternative zu gekauften Fruchtjoghurts

Oder greife zum Naturjoghurt und schneide dir kurz selbst etwas Obst darauf, statt den Fruchtjoghurt zu kaufen.
Damit umgehst du nicht nur die Verarbeitung, sondern nimmst auch gleich weniger Zucker zu dir.
Ein wenig Zucker ist natürlich nicht schlimm, aber hast du mal darauf geachtet, worin es überall ist?
Genau. Zucker ist überall. In jedem Fertiggericht, in Fast Food und Snacks. Egal wie salzig und herzhaft das Essen ist, Zucker ist garantiert mit drin.
Warum also nicht damit anfangen, den Zuckerkonsum zu verringern, indem du Zucker nur bewusst zu dir nimmst?

Ökologische Nahrungsmittel sind eine ganz andere Sache. Sie sind teuer und nicht jeder kann all seine Lebensmittel in der Bio-Variante kaufen.
Ich auch nicht. Obwohl ich schon einen großen Anteil meines Gehalts fürs Essen ausgebe.
Informiere dich doch einfach mal, bei welchen Lebensmitteln viel gespritzt wird und bei welchen sowieso wenig zum Einsatz kommt. So kannst du entscheiden, wann es bio sein soll.
Und denk daran, dass lokales und saisonales Gemüse vom Markt oder direkt vom Bauern oft viel günstiger ist als im Supermarkt – sogar wenn es bio ist. Und wenn ein Gemüse gerade Saison hat, ist es weniger anfällig und braucht automatisch weniger Unterstützung.

Gerade tierische Lebensmittel würde ich immer in Bioqualität kaufen, weil die Haltungsbedingungen dann doch ein wenig besser sind – wenn auch nicht optimal. Außerdem bekommen sie besseres Futter und weniger Medikamente. Beides wirkt sich natürlich auch auf uns aus.

Schlussgedanken

Minimalistisches Kochen ist kein Teufelswerk und auch keine aufwendige Idee.
Es ist einfach das Ergebnis von gezielten Überlegungen gepaart mit ein wenig gesunder Faulheit.

Und ein weiterer Schritt, um dein Leben an deine Bedürfnisse anzupassen.
Schließlich bist du großartig und du verdienst ein Leben, das zu dir passt.

Jetzt bist du dran.
Hast du Ideen, wie du das Kochen noch einfacher, schneller oder vielleicht einfach schöner gestalten kannst?
Ich freue mich auf deine Anregungen!

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