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Wie Morning Pages dein Leben revolutionieren können

Morning Pages

Es gibt diese Momente im Leben, nach denen nichts mehr so ist, wie es vorher war.
Eine dieser revolutionären Veränderungen erlebte ich im letzten Jahr, als ich damit anfing täglich Morning Pages zu schreiben.

Ich kannte das Konzept schon länger, dachte aber immer, dass die Wirkung übertrieben dargestellt wurde.
Zum Glück habe ich es trotzdem ausprobiert, denn ich wurde schon nach wenigen Tagen eines besseren belehrt.

In meinem Leben haben sich viele Dinge verändert, seit ich jeden morgen mit Stift und Papier bewaffnet eine halbe Stunde auf dem Sofa sitze. Ich achte mehr auf mich und meine Bedürfnisse. Ich lerne immer mehr, mir wirklich Zeit für mich zu nehmen. Ich habe herausgefunden, was ich will und was ich nicht will. Ich habe einen Weg gefunden, meine eigenen Prioritäten zu setzen und weitestgehend danach zu leben.
Nicht zuletzt hab ich mich auch selbst viel besser kennen gelernt.

Dies sind nur einige der erstaunlichen Wirkungen, die Morning Pages auch auf dich haben können.

Was sind Morning Pages – eine kurze Einleitung

An kaum jemanden ist der Trend um das geschriebene Wort vorbeigegangen. Jeder hat zumindest schon mal von Morning Pages gehört.
Im Grunde sind sie genau das, was der Begriff aussagt: am Morgen geschriebene Seiten.

Das Prinzip dahinter ist absolut simpel.
Du setzt dich jeden Morgen hin und schreibst einfach drauf los.
Es gibt kein Richtig oder Falsch.
Du schreibst einfach.

Grammatik, Rechtschreibung und sogar Inhalt sind vollkommen egal.
Lass einfach alles fließen, wie es kommt.
Das Thema ist egal, Sprünge sind erlaubt und sinnloses Gekrakel ebenso.

Um dich selbst bei diesem Fluss zu unterstützen, gibt es eine einzige Regel:
Ließ nicht, was du geschrieben hast.
Nicht nach der Schreibsession, nicht am nächsten Tag und auch nicht nach einem Monat.
Wenn die Neugierde doch zu groß wird, dann nimm dir Seiten vor, die mindestens ein halbes Jahr alt sind. Gib der Versuchung keinen Tag früher nach!

Die beste Zeit für die Morning Pages ist natürlich morgens.
Aber es muss nicht unbedingt die aller erste Handlung des Tages sein.

Bei meinem ersten Versuch habe ich direkt als erstes geschrieben. Das ging bei mir überhaupt nicht und ich hab direkt wieder aufgehört.
Als ich es dann nochmal versuchte, fädelte ich die Morning Pages in mein bestehendes Morgenritual ein. Ich mache mich also erst fertig, trinke etwas, meditiere und erst danach schreibe ich.

Sorge dafür, dass die Morning Pages in deinen Tag passen.
Achte aber darauf, dass du vorher keinen fremden Worten ausgesetzt bist.
Das bedeutet: nicht lesen, keine Mails beantworten, nicht reden und kein Radio oder Fernseher.

Auf dieses Weise wirken die Morning Pages am besten.
Ein absolutes Muss ist es aber nicht.

Wenn ich es morgens mal nicht schaffe, dann hole ich die Seiten später am Nachmittag nach.
Das funktioniert auch, hat aber nicht ganz die gleiche Wirkung.

Morning Pages 1

Die Idee stammt übrigens aus dem Buch The Artist’s Way (amazon-Link) von Julia Cameron (1992). Die Idee dahinter ist sogar noch älter.
Ursprünglich dazu gedacht, Schreibblockaden zu vermeiden, richtet sich das Buch an Schriftsteller.

Das bedeutet aber nicht, dass dieses hilfreiche Tool nicht auch von allen anderen genutzt werden sollte!

Ich empfehle dir, täglich Morning Pages zu schreiben, wenn du:

# in irgendeiner Art und Weise kreativ tätig bist
# deine Produktivität erhöhen und Prokrastination vermeiden möchtest
# vor einer schwierigen Entscheidung stehst
# nach einer Veränderung in deinem Leben suchst
# du Klarheit über dich, andere, den Sinn des Lebens suchst
# und unter allen anderen Umständen

So viel Aufwand steckt dahinter

Für Morning Pages brauchst du nicht viel.
Papier, ein Stift und ein wenig freie Zeit genügen, damit du anfangen kannst.

Um die volle Wirkung zu bekommen, gehört aber natürlich etwas mehr dazu.

Da wäre erst einmal die Zeit.

Ich schreibe jeden Morgen 30 Minuten – etwas weniger, wenn es stressig ist und etwas mehr, wenn ich mir einen entspannten Tag gönne -.

Andere schreiben genau drei Seiten oder nehmen sich 20 Minuten vor. 15 Minuten ist für den Anfang etwas leichter als 30 Minuten, weil es sich einfach nicht nach ganz so viel Zeit anhört.

Die Regelmäßigkeit ist hier der entscheidende Faktor. Nimm dir also genau die Vorgabe heraus, die am Besten zu dir und deinem Zeitplan passt und die du langfristig umsetzen kannst.

Schreiben kannst du theoretisch überall, auf jedem Fetzen Papier und mit jedem Stift.
Aber mit etwas mehr Gespür für deine Wünsche, kannst du das ganze individueller gestalten und an deine Bedürfnisse anpassen.

Beginne zunächst damit, die richtige Umgebung zu schaffen.
Suche dir einen ruhigen und bequemen Platz. An einem Tisch, auf dem Sofa oder auf dem Boden, sogar im Bett ist ok. Hauptsache ist, du wirst nicht gestört und musst nicht andauernd hin und her rutschen, weil deine Schulter weh tut oder dein Bein eingeschlafen ist.

Wenn du den perfekten Platz gefunden hast, experimentiere etwas herum, um herauszufinden, wie du am liebsten schreibst.

Wenn du mit der Hand schreiben möchtest, dann achte darauf, einen Stift zu nehmen, der über das Papier gleitet. Dafür eignen sich die guten alten Füller ebenso wie Faserschreiber.
Das Papier spielt dabei auch eine große Rolle. Je glatter das Papier, desto mehr Freude wirst du dabei haben.

Ich schreibe am Liebsten auf dem Sofa mit meiner Füllfeder in ein Hardcover-A5-Buch. Dann fühlt es sich nicht so nach Arbeit an, ich bin ehrlicher zu mir und achte nicht so sehr auf die Form. Außerdem sieht meine Füllfeder sehr edel aus und dann fühle ich mich gleich noch ein bisschen exquisiter.

Wenn du lieber mit dem Laptop, dem Smartphone oder wie auch immer schreibst, ist das vollkommen ok. Finde einfach heraus, was sich für dich am besten anfühlt und wie du am ehrlichsten bist.

 

die außergewöhnliche Wirkung von Morning Pages

Am Anfang fühlt sich der Prozess des freien Schreibens seltsam an, aber schon bald wirst du es lieben. Und du wirst sehen, wie sich nicht nur deine geschriebenen Worte sondern auch deine alltäglichen Gedanken Schritt für Schritt verändern, ruhiger und klarer werden.
Das ist ein erstaunlicher Prozess, den zu beobachten der Aufwand Wert ist.

Klarheit und Selbstliebe

Wenn du mit dem Freewriting am Morgen anfängst, wird dich das also wahrscheinlich erstmal etwas Überwindung kosten.
Wir sind es gewohnt, die Realität zu verschönern. Die meiste Zeit verbergen wir sie vor uns selbst.
Diese Gewohnheit aufzugeben ist schwierig.

Mit der Zeit werden sich beim Schreiben dann aber Wahrheiten offenbaren, derer du dir vorher nicht bewusst warst.

Beim Schreiben zeigt sich erstmal, wie viel in unseren Köpfen vorgeht.
Das hilft dir dabei, mit mehr Achtsamkeit auf deine innere Stimme zu reagieren und sie nicht im Alltag untergehen zu lassen.

Gleichzeitig leert sich beim Schreiben dein Kopf, wenn du mal die ganzen Gedanken herausgelassen hast. Danach bist zu viel entspannter und viele Sorgen lösen sich von allein auf.

Die ständigen Wiederholungen der gleichen Gedankengänge sind völlig normal, aber beim Schreiben werden diese Wiederholungen gebrochen.
Gedanken, die sich in deinem Kopf ständig im Kreis gedreht haben, werden dabei klar formuliert und du kannst darüber hinaus weiter denken. 

Ich habe schon so manches Problem und einige knifflige Situationen auf dem Papier gelöst.

Mit der Zeit merkst du dann auch, dass deine Gedankengänge tiefer werden.
Du ahmst beim Denken bald das Schreiben nach und reagierst nicht mehr einfach sofort auf deine Umgebung.
Das steigert deine Reflexionsfähigkeit enorm und hilft dir dabei, dich und deine Muster besser zu verstehen.

Selbst die Auseinandersetzung mit Emotionen ist während des Schreibens einfacher. Mit etwas Übung wirken die Morning Pages wie ein geschützter Raum, in denen du deine Gefühle durchleben kannst und einen Weg findest, selbst mit den schwierigsten Situationen umzugehen.

So hilft dir die Schreibroutine dabei, Wut, Frust und jede andere Form von schlechter Laune zu bewältigen.
Selbstverurteilungen verwandeln sich beim Schreiben bald in Akzeptanz und Liebe sich selbst gegenüber.

Das alles sind keine Entwicklungen, die sich über Nacht einstellen.
Du musst schon etwas Geduld mitbringen.
Die ersten Veränderungen wirst du aber schon in den ersten Wochen feststellen.

Morning Pages sind um einiges schneller als jede Therapie – und deutlich günstiger.

"It is impossible to write morning pages for any extended period of time without coming into contact with an unexpected inner power." - Julia Cameron

Produktivität und Kreativität

Wenn du deine Produktivität oder Kreativität steigern möchtest, ist das morgendliche Schreiben die Schnellstraße zu deinem Ziel.
Anders als bei der Auseinandersetzung mit dir und deinem Leben, zeigen sich hier sofort Effekte.

Wie schon gesagt, dienten die Morning Pages ursprünglich dafür, Schreibblockade aufzulösen bzw. von vornherein zu verhindern.
Das klappt schon allein wegen der oben beschriebenen Wirkung auf dein Denken.
Gleichzeitig halten die Morning Pages dich in Verbindung zu deiner inneren Stimme.

Das alltägliche Flimmern in deinem Kopf wird beim Schreiben kurz voll aufgedreht, damit du danach völlig still und klar bist.
Die perfekte Bedingung also, um konzentriert an deinen wichtigsten Aufgaben zu arbeiten.

Beim Schreiben entwickelst du ganz einfach neue Denkansätze und findest so Lösungen, kannst kreativer an Aufgaben herangehen und offener auf Veränderungen reagieren.

Wenn du schreibst, drängen sich deine Ängste meist ganz von allein nach vorne.
Sie zeigen sich in Sorgen oder selbst im Vermeiden bestimmter Themen, die zwar in deinem Kopf aufploppen, aber nicht auf dem Papier landen.
Wenn du beim Schreiben Ängste feststellst, beglückwünsche dich dazu!
Konzentriere dich dann auf diese Ängste, setze dich schreibend mit ihnen auseinander und beobachte, wie sich dein Leben verändert.
Dafür gibt es keine wirkliche Anleitung. Es geschieht einfach.

Deine Produktivität wird vor allem dadurch gesteigert, dass du herausfindest, was dich von bestimmten Dingen abhält.
Das können die schon erwähnten Ängste sein. Es kann aber auch der kläffende Hund des Nachbarn, dein Kind oder ein Arbeitskollege sein. Unordnung auf dem Schreibtisch kann ebenso ursächlich sein wie die falsche Sitzposition oder die Konzentration auf Dinge, die dir keine Freude bereiten.

Wenn du die Störquellen erstmal herausgearbeitet hast, kannst du dagegen angehen und Lösungen entwickeln oder leidige Aufgaben delegieren.

hilfreiche Tipps

Wenn du jetzt überzeugt bist, die Morning Pages mal auszuprobieren,  aber nicht  so richtig weißt, wie du anfangen sollst, ist dieser Abschnitt für dich.

Der Anfang ist beim Freewriting immer das Schwierigste.
Wenn du dich daran gewöhnt hast, läuft es ganz von allein.

Wenn du nicht weißt, wie du anfangen kannst, dann habe ich hier ein paar Themenvorschläge für dich:

# Briefe an Menschen, die dir wichtig sind/ dich inspiriert haben/ dich verletzt haben (tot oder lebendig)
# Verarbeitung von bestimmten Ereignissen (deine Gedanken, Emotionen etc.)
# Dankbarkeit
# positive Affirmationen (frei geschrieben)
# Rückblick auf den vergangenen Tag
# Planung des Tages
# Aufgabenplanung
# spezielle Fragen, auf die du Klarheit haben möchtest
# Nachdenken über bestimmte Probleme oder Schwierigkeiten

Hier werden täglich neue Fragen hochgeladen, die du verwenden kannst, um dich selbst besser kennen zu lernen und ins Schreiben zu kommen.

Suche dir dafür am Abend oder direkt nach der Schreibsession eine Frage heraus und schreibe sie auf. So kannst du am Morgen direkt durchstarten.

Profi-Tipp

Noch ein letzter Tipp, bevor ich dich mit Stift und Papier alleine lasse.

Versuche immer positiv zu enden. Egal, wie schlimm und aufwühlende das Thema deines Schreibens gerade ist, finde einen positiven Aspekt oder eine stärkende Affirmation, mit der du die Schreibsession beendest.

So lernt dein Gehirn nebenbei noch, dass am Ende etwas positives herauskommen wird. Das wird deine Einstellung und dein Selbstwertgefühl positiv beeinflussen.

Welche Erfahrungen hast du mit Morning Pages gemacht?
Teile deine Eindrücke in den Kommentaren mit uns und inspiriere andere dazu, es ebenfalls auszuprobieren.

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