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Sex als spirituelle Praxis – Wie Slow Sex dein (Sex-)Leben erleuchten kann

Blogtitle Slow Sex

Wie sieht dein Sexleben aus?
Ist es der absolute Wahnsinn mit multiplen Orgasmen?
Oder bewegt es sich eher in der Gegend von ‚ganz ok‘?

Wenn du schon längere Zeit in einer Beziehung bist, hast du vielleicht auch die Erfahrung gemacht, dass die Sexualität irgendwann einschläft.
Nicht dass es gar keinen Sex mehr gibt. Aber irgendwie ist es dann doch immer das gleiche und die Leidenschaft bleibt auf der Strecke.

Aber so muss es nicht sein.
Sexualität kann nämlich viel mehr als nur von dem Druck zu befreien, endlich einen Orgasmus zu haben.

Du kannst Sex um deiner selbst Willen haben und daran wachsen.
Er kann ebenso eine geistige wie eine körperliche Erfahrung sein.

Aber Achtung: Dieser Artikel ist nur etwas für leidenschaftliche Menschen.
Wenn du lieber beim altbewährten „Blümchensex“ bleiben möchtest ohne viele Gedanken daran zu verschwenden, dann spare dir das Weiterlesen lieber.

Sex und Spiritualität geht das?

In unserer christlich geprägten Gesellschaft gibt es wohl kaum zwei Dinge, die so wenig zusammengehören wie Sex und Gott.
Dabei gibt es diese Verbindung in allen Religionen dieser Welt.
Selbst das Christentum hat sich die Mühe gemacht, beides strikt zu trennen und die Sexualität zu verbannen.
Was glaubst du, warum das geschehen ist?
Weil diese Trennung nicht natürlich ist und es sogar im Christentum Strömungen gab, die die Sexualität in die spirituelle Praxis mit eingebunden haben.

Du musst nicht erst in den Taoismus oder Tantra schauen, um den Bezug zwischen beiden Bereichen des menschlichen Lebens zu finden.

Der reine Menschenverstand reicht schon aus, um zu erkennen, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt.
In beiden geht es um Leidenschaft und Hingabe.
Und um Verbundenheit. Es geht um Liebe, um Akzeptanz und Respekt.
Zumindest im Idealfall.

Und beides kann man bewusst und achtsam erleben oder einfach über sich ergehen lassen bzw. wie ein Pflaster schnell abziehen.

Slow Sex 1

Es wird Zeit, dass wir die Verbindung nicht länger verleugnen und beides wieder zusammen erleben.
Ob du religiös bist oder nicht, du wirst davon profitieren, wenn du mehr Bewusstheit in dein Sexualleben bringst.

Warum Achtsamkeit deine Sexualität revolutioniert

Achtsame Sexualität hat viele verschiedene Effekte, die sich im Moment und über längere Zeiträume hinweg entfalten.
Es klingt erstmal nach einer ziemlich lahmen Angelegenheit, ist es aber ganz und gar nicht.

Zunächst einmal muss dir bewusst werden, dass Sexualität Energie ist.
Nicht irgendeine Energie, sondern die stärkste Kraft, die es in unserem Körper gibt.
Wenn sich deine sexuelle Energie erhöht, steigert sich auch deine Lebensenergie.
Sexualität ist nicht nur der Ursprung neuen Lebens, sondern auch der Kreativität und jeder Art des Erschaffens und Erfindens.

„So ist es wirklich, je sexueller ein Mensch ist, desto einfallsreicher ist er. Je sexueller ein Mensch ist, desto intelligenter ist er. Mit weniger Sex-Energie ist er weniger intelligent, mit mehr Sex-Energie ist er intelligenter. Denn Sex ist ein starker Drang, etwas herauszufinden, nicht nur über den Körper, nicht nur über das andere Geschlecht, sondern über alles, was verborgen ist.“ – Osho, The Ultimate Alchemy

In der Sexualität fallen unsere Begrenzungen und Schutzmauern.
Weil wir für einen Moment im Zustand der Liebe und der Einheit sind, können wir uns in ihm selbst erfahren.
Wenn wir es zulassen.

Diese Erfahrung der Einheit mit einem Menschen kann die Illusion der Getrenntheit und Einsamkeit aufbrechen.
Süchte und alte Traumata lösen sich auf und vergangene Wunden können heilen.

Der Orgasmus ist ein Zustand ohne Denken.
Das Gefühl ist ganz ähnlich wie jenes während der Meditation.
Und beide Erfahrungen verstärken ihre Wirkung gegenseitig.

Paar Leidenschaft Slow Sex

Leidenschaft und Emotionen kann man auch ohne Sex entfachen

Nicht zuletzt löst sich eines der größten Probleme, das die Sexualität einengt, auf, wenn wir achtsam mit ihr umgehen:Infografik Slow Sex do's & don'ts
Scham.
Wir können uns davon befreien und in der Bewusstheit des Augenblicks einfach glücklich sein.

Wie du achtsame Sexualität umsetzen kannst

All dies kannst du erreichen ganz ohne irgendeinen Bezug zur einer höheren Macht oder Spiritualität.
Tatsächlich ist die Umsetzung der achtsamen Sexualität so einfach und selbsterklärend, dass ich mich oft gefragt habe, warum es nicht alle so machen.

Voraussetzungen und Vorbereitungen des Slow Sex

Bevor du dich richtig auf  die Sexualität einlassen kannst, gibt es ein paar Dinge, die du beachten solltest.

Selbstliebe

Liebst du dich und deinen Körper?
Dich einem anderen Menschen ganz hinzugeben funktioniert nur dann, wenn du deinen Körper lieben und annehmen kannst.
Betrachte dich mit wohlwollender Güte und sei dankbar für deinen Körper.
Überlege dir mal, was alles in jeder einzelnen Sekunde in ihm passiert.
Er ist ein Wunder!
Und er sollte auch so behandelt werden.

Wie oft stehst du nackt vor dem Spiegel und denkst dir einfach „Wow“?
Richtig geschafft hast du es, wenn du in den Spiegel schauen kannst, ohne dass dir sofort Optimierungswünsche durch den Kopf schießen.

Was erstmal unerreichbar erscheint, ist mit ein bisschen Übung ganz leicht umzusetzen.
Nimm dir einfach jeden Tag eine Minute Zeit und betrachte dich selbst mit einem liebevollen Blick.

Selbstkenntnis

Keine richtige Voraussetzung aber ein klarer Vorteil ist das Wissen um deine eigenen Vorlieben.
Das stärkt zusätzlich auch die Selbstliebe, weil du Verantwortung für deine Lust übernimmst.

Wie oft mastubierst du?
Weißt du wirklich, was dir gefällt? Und was dich zum Orgasmus bringt?

Begegne zunächst deinem eigenen Körper mit Neugierde und entdecke ihn neu, bevor du dich um einen anderen Menschen kümmerst.
Nimm dir ein Mal pro Woche Zeit, deinen Körper kennen zu lernen und zu masturbieren.

Wer weiß, vielleicht entdeckst du plötzlich, dass dir ganz andere Dinge Lust bereiten, als du immer gedacht hast.

Slow Sex

Lebe deine Sexualität aus, darin verbirgt sich mehr als kurzfristige Befriedigung

 

die richtige Gestaltung

Die Umstände der sexuellen Begegnung beeinflussen stark, wie intensiv und achtsam du sie erleben kannst.

Sorge also dafür, dass deine Umgebung angenehm und entspannt ist.
Schalte vielleicht etwas Musik ein oder zünde Kerzen an.

Nimm dir Zeit.
Sexualität wird nicht achtsam sein, wenn du alle zwei Sekunden auf die Uhr schaust, weil du nur genau 35 Minuten Zeit hast, bis du los musst.
Es funktioniert einfach nicht, ohne eine gewisse Investition an Zeit und Energie.

Auch deine Intentionen sind wichtig.
Überfrachte den Sex nicht mit Erwartungen, weder in weltlicher (Orgasmus) noch spiritueller (Erleuchtung) Hinsicht.

„Wenn wir beim Sex keinen Orgasmus bekommen oder nicht ejakulieren, haben wir das Gefühl, nichts sei passiert. Das war keine richtige oder befriedigende sexuelle Erfahrung. Wir werden süchtig nach Orgasmen und Ejakulation, denn durch sie verringern wir unseren inneren Druck, und das fühlt sich gut an. Kreativität ist bei dieser Art des Liebemachens nicht gefragt, denn wenn der Drang nach dem Orgasmus wächst, werden wir alleine schon durch den Gedanken mächtig vorangetrieben…“ –  Diana Richardson, Zeit für die Liebe

Es geht einfach um Sex.
Nicht mehr und nicht weniger.
Das Ziel ist nicht der Orgasmus. Es ist ein Spiel.
Ein sehr lustvolles Spiel, das deine volle Aufmerksamkeit fordert.
Wie willst du den Weg genießen, wenn du deine Augen starr auf das Ziel richtest?

Slow Sex

Beim Slow Sex geht es um mehr als nur den Orgasmus.

achtsame Sexualität

Bewusstheit

Das wichtigste bei der achtsamen Sexualität ist natürlich die Achtsamkeit.
Du kannst den Sex wie eine Meditation behandeln.

Dafür ist es wichtig, ganz im Hier und Jetzt zu sein.
Spüre tief in deinen Körper und die unterschiedlichen Sensationen hinein.

Denke nicht an die Einkaufsliste, den ausstehenden Telefonanruf oder die dreckige Fensterscheibe.
Denke an nichts anderes als das, was du jetzt gerade spürst.

Berührungen

Eine besondere Form der Achtsamkeit erfordern die Berührungen.
Und da sie der Kern der Sexualität sind, bekommen sie ein eigenes Unterkapitel.

Wenn du jemanden bewusst und liebevoll berührst, wird im Gehirn das Hormon Oxytocin freigesetzt.
Es steigert das Lustempfinden, das Vertrauen und die empfundene Liebe zum Partner.
Außerdem sorgt das Hormon dafür, dass wir nach dem Sex in den wohligen Zustand der Entspannung übergehen.

Wenn du dich wirklich auf die Berührungen konzentrierst, verbessert das deine Beziehung enorm, weil die Empfindung von Nähe und Intimität gesteigert wird.

Jede Form des Streichelns, der Massage oder der lustvollen Neckerei kann diesen Effekt haben.
Konzentriere dich nicht nur auf die Genitalregionen.
Erobere neugierig den gesamten Körper deines Gegenübers.

Und genieße jeden Zentimeter Haut, den du berührst.

Kommunikation

Das Reden mag auf den ersten Blick weniger wichtig erscheinen, aber es ist ein zentraler Bestandteil des Rituals einer erfüllenden Sexualität.

Beide Partner müssen lernen, was ihrem eigenem Körper und dem des anderen Lust bereitet.
Ein Austausch darüber steigert nicht nur den Genuß, sondern auch die Vertrautheit.

In der gemeinsamen Sexualität gilt, was auch bei der Masturbation gilt:
Spielerisch erkunden und offen sein für alles, was Genuß bereitet.

Übrigens macht es auch Sinn, deinem Partner davon in Kenntnis zu setzen, wenn du die achtsame Sexualität ausprobieren möchtest.
Es geht auch ohne, aber es wird das ganze Unterfangen deutlich einfacher machen.

Wenn du weiter in das Thema einsteigen möchtest, kann ich dir diese Bücher* empfehlen:

        

Egal, wie dein Liebesleben gerade aussieht:

Du bist großartig.
Pass dein Sexualleben an dich an und liebe dich. Du bist es wert.

Was machst du, um dein Liebesleben aufzupeppen?
Kennst du die Probleme, dass der Sex mehr und mehr zur Nebensache wird? Oder hattest du schon immer ein erfülltes Sexleben?
Ich freue mich darauf, von dir zu lesen.

 

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