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Warum Erfolg keine Erfolgsgarantie ist

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Kennst du diese Momente, in denen du etwas wirklich tolles erreichst – einen Studium-/ Schulabschluss, eine Beförderung oder vielleicht ein fertiges Projekt- und dich danach fragst, warum du nicht glücklich bist?

Wir alles haben unsere eigene Vorstellung davon, was Erfolg bedeutet. Manche dieser Vorstellungen überschneiden sich mit deinen Mitmenschen, andere nicht.
Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, woher deine Idee von Erfolg eigentlich kommt?
Und noch wichtiger: ob diese Vorstellungen überhaupt zu dir passen?

Wikipedia definiert Erfolg als das Erreichen von selbst gesetzten Zielen.
Nur wann sind unsere Ziele wirklich selbst gesetzt?

Die Lüge hinter dem Erfolg

Das Problem mit dem Erfolg ist, dass es nicht die Dinge selbst sind, die wir haben wollen.
Wir glauben, dass wir die Gehaltserhöhung, das neue Haus oder das Sixpack haben wollen.
Dass wir dann endlich glücklich und etwas Wert sind. Dass uns die Menschen dann akzeptieren und lieben.
Warum glauben wir, erst bestimmte Dinge erreichen zu müssen, damit wir dann glücklich sind?

Unsere Ziele treffen meistziemlich genau die Ideale, die in unserer Gesellschaft oder Subgruppe vorherrschen.
Nicht unbedingt unsere tatsächlichen Wünsche.

Dann passiert das, was jeder von uns schon mal erlebt hat.
Du arbeitest hart an der Erreichung deiner Ziele. Vielleicht vergrößerst du dein eigenes Unternehmen, stellst immer mehr Mitarbeiter ein. Bis du irgendwann in einem schicken Büro mit toller Aussicht sitzt und plötzlich merkst, dass du damals viel glücklicher warst, als du noch allein in deinem winzigen Wohnzimmer vor dich hin gearbeitet hast.

Die größte Lüge des Erfolges ist es, dass er etwas Großes, Besonderes sein muss. Etwas, dass du anderen erzählen kannst und sie staunen lässt. Etwas, das in unserer Gesellschaft anerkannt wird.

deine eigenen Wünsche sind wichtiger als Erfolg

Aber vielleicht willst du das gar nicht. Vielleicht willst du kein außergewöhnliches Leben. Vielleicht wünscht du dir nichts mehr, als ein ruhiges Leben mit deiner Familie und einem Garten.

Und soll ich dir etwas verraten?
Das ist vollkommen ok.

Es wird Zeit, dass wir Erfolg umdefinieren.
Nicht nach den großen Zielen, sondern nach den Emotionen, die wir in unserem Alltag spüren möchten.


Kennst du Heinrich Bölls Geschichte von dem Fischer?

In einem Hafen an der westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. […]
„Sie werden heute einen guten Fang machen.“
Kopfschütteln des Fischers.
„Aber man hat mir gesagt, dass das Wetter günstig ist.“
Kopfnicken des Fischers.
„Sie werden also nicht ausfahren?“
Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiss liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpasste Gelegenheit.
„Oh, Sie fühlen sich nicht wohl?“
Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über.

„Ich fühle mich großartig“, sagt er. „Ich habe mich nie besser gefühlt.“

Er steht auf, reckt sich, als wollte er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist.
„Ich fühle mich phantastisch.“
Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht:
„Aber warum fahren Sie dann nicht aus?“
Die Antwort kommt prompt und knapp.
„Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“

„War der Fang gut?“
„Er war so gut, dass ich nicht noch einmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen …“
Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen beruhigend auf die
Schultern. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar
unangebrachter, doch rührender Kümmernis.
„Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug“, sagt er, um des Fremden Seele zu
erleichtern. […]

-eine sehr westliche Perspektive auf das Leben –

„Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, „aber stellen Sie sich mal vor, sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen… stellen Sie sich das mal vor.“
Der Fischer nickt.
„Sie würden“, fährt der Tourist fort, „nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“
Der Fischer schüttelt den Kopf.

„Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten oder dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen – eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden …“, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, „Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann …“, wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache. […]

„Und dann“, sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache.  […]
„Was dann?“ fragt der Fischer leise.
„Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, „dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen – und auf das herrliche Meer blicken.“
Aber das tue ich ja schon jetzt„, sagt der Fischer, „ich sitze beruhigt am Hafen und döse.“
Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

 – Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral, 1963


Der versteckte Erfolg im Alltag

Erfolg ist nicht das viele Geld oder die Anerkennung. Das sind nur Trugschlüsse, an dir wir glauben wollen.

Erfolg ist es, wenn du glücklich bist.
Wonach strebst du, wenn nicht nach deinem Glück?
Es sind deine Emotionen, die dir verraten, wie erfolgreich du gerade bist. An ihnen sollten wir uns messen. Nicht an den Idealen der Gesellschaft.
Du selbst solltest die Grundlage deiner Bewertung sein.

Alles, was du tust, damit es dir gut geht, ist ein Erfolg. Ganz gleich ob du damit den Hunger der Welt besiegst oder einfach ein wenig Ruhe in den Alltag bringst.

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Du bist es Wert, glücklich zu sein.
Du musst nichts beweisen, denn du bist genug. Mir nicht und auch sonst niemanden.

Suche deinen Erfolg in den Dingen, die dich wirklich glücklich machen.
Denn wenn du den Weg nicht genießen kannst, wird das Ergebnis dich enttäuschen.

Du bist großartig. Liebe dich und lebe nach deinen eigenen Vorstellungen.

Hast du schon mal ein großes Ziel erreicht und warst im Anschluss enttäuscht davon? Was hast du im Nachhinein dadurch gelernt?

 

 

Foto: Ryan McGuire

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warum-dein-erfolg-dich-hintergeht-titelbild Glück ist der eigentliche Erfolg
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