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Warum ich keine Work-Life-Balance hin bekomme – und du wahrscheinlich auch nicht

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Es klingt wie ein Traum.
Stell dir vor, du ruhst völlig in deiner Mitte, arbeitest ein wenig, entspannst ein wenig und am Ende des Tages hast du viel geschafft und bist trotzdem nicht erschöpft.
Und das jeden Tag!
Hinter dem Konzept der Work-Life-Balance steht genau das, was schon im Wort steckt: Balance. Also ein Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit.
Ohne Katastrophen, ohne stressige Phasen und ohne Nervenzusammenbrüche.
Niemand meckert, weil er zu kurz kommt. Du bekommst alles hin.
Deine Wohnung sieht jeden Tag so aus, als erwartest du Besuch, auf der Arbeit hast du alles schon vor Abgabetermin fertig, du bist ausgeschlafen, ausgeruht und voller Energie. Ach ja und natürlich auch total glücklich.

Klingt schon fast wie eine kitschige Werbung für Waschmittel oder?
Kitschig klingt es, weil es einfach zu perfekt ist. Und Perfektion ist nicht unbesdingt erstrebenswert, mal ganz davon abgesehen, dass sie nicht erreichbar ist.

Mit dem Ideal einer perfekten Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu schaffen, kommen einige Probleme ins Haus.
Perfektionismus ist nur eines davon. Er erschafft den Druck, alles schaffen zu müssen, dabei zu lächeln oder besser noch vor Vergnügen zu singen. Nicht zu laut natürlich, damit du die Kollegen nicht störst.
Wenn es nicht funktioniert, dann ist das ein persönliches Versagen. Und das beziehen wir allzu gerne auf uns als Person.

Eine perfekte Work-Life-Balance würde für mich täglich mindestens eine (besser zwei) Meditation, Schreiben, Fertigstellen von Artikeln, Arbeiten an meinem Onlinekurs oder Ebook, Wohnung putzen, Meerschweinchen, Treffen mit Freunden, Zeichnen oder Malen, Affirmationen und Visualisierung, Sport und Bewegung an der frischen Luft, Arbeiten in meinem kleinen Garten -den ich leider nicht habe-, frisch kochen (2 Mal) und viel Zeit für Tee und Reden mit Flo bedeuten. Und dann gibt es da natürlich auch noch meinen Broterwerb, der ja auch noch Zeit in Anspruch nimmt. Ach ja, und lernen und lesen möchte ich auch jeden Tag etwas.
Wenn ich dann noch schlafen möchte, brauche ich mindestens 48 Stunden pro Tag. Um mich dabei nicht zu stressen brauche ich wohl eher doppelt so viel.

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Wenn du dein Leben nach der Work-Life-Balance ausrichten möchtest, passiert dir genau das, was ich auch gerade gemacht habe. Du trennst die Arbeit von deinem Leben und damit von dir ab.
Sie ist dann nur noch etwas Negatives, ein Zwang. Eine absolute Zeitverschwendung. Arbeit kann dann nur noch etwas sein, was schlechte Gefühle in dir auslöst.
Aber Arbeit ist ein Teil unseren Lebens. Mit 38 Stunden pro Woche sogar ein sehr großer.
Wer bist du diese lange Zeit, wenn nicht du, wie du dein Leben lebst?

Davon mal abgesehen, ist ein tatsächlicher Ausgleich von Aktivität und Erholung auf täglicher Basis kaum möglich.

Warum die Work-Life-Balance einfach nicht funktioniert

Hast du die Leute um dich mal gefragt, wie es bei ihnen mit dem Ausgleich so läuft?
Ich hab es gemacht und dazu noch einige Interviews und Biographien gelesen.
Es schafft niemand. Eine Work-Life-Balance ist unmöglich und eine Annäherung nur unter größten Mühen und Stress zu erlangen.
Vielleicht würdest du dem nahe kommen, wenn du einen ausgeprägten Kontrollwahn entwickelst. Glücklich macht das aber nicht.

Die Idee ist an sich ganz nett, aber in der Praxis viel zu starr und unflexibel.
Wer kann schon seine Tage komplett voraus und immer genug von allem einplanen? Ich ganz sicher nicht.

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Das Leben ist einfach nicht so perfekt.
Klar kann es auch mal alles super laufen. Die Beziehung, die Arbeit, die Wohnung und was du sonst noch alles so in deinem Leben brauchst.
Aber auf alles gleichzeitig konzentrieren und verbessern geht nicht. Und vor Veränderungen sind wir nie gefeit.
Es ist alles im Fluss und wenn wir dagegen aufbegehren, verweigern wir uns nicht nur dem Wachstum, sondern es wird auch richtig anstrengend.

Wachstum ist nur möglich, wenn du dich über einen längeren Zeitraum auf eine einzige Sache konzentrierst. Erst dann kannst du effizient arbeiten oder eben leben.
Effizienz ist das Gegenteil von viele-Dinge-nacheinander-tun.
Deshalb zählen auch diejenigen Denker und Künstler zu den großen Genies, die sich völlig in ihrer Arbeit verlieren konnten.

Wir brauchen ein neues Konzept

Natürlich bedeutet das nicht, dass du tagelang durcharbeiten solltest, um irgendwann zusammenzubrechen und dein Koma als Erholung zu verbuchen.
Pausen gehören zum Leben und zum Arbeiten. Erst sie machen uns wirklich effektiv und kreativ, geben uns Kraft und nötigen Abstand.

Unser Leben besteht aber nicht aus einem starren, täglichen Ausgleich.
Wir durchleben unterschiedliche Phasen, in denen wir uns auf verschiedene Bereiche konzentrieren können und wollen, in denen wir unterschiedlich leistungsstark sind.
Um einen sinnvollen Ausgleich zu schaffen, müssen wir diesen Phasen Rechnung tragen.

Neubewertung der Arbeit

Es kann hilfreich sein, wenn du deine Einstellung zur Arbeit überdenkst.
Versuche doch mal aus dem Stöhnen und Unwillen ein JA! zu machen und als ganze Person aufzutreten – also dich mit deinem gesamten Bewusstsein darauf einzulassen.

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Stelle dir selbst die folgenden Fragen:

Warum gehe ich arbeiten?
Was bringt mir die Arbeit neben dem Geld?

Du wirst sehen, dass es viele größere und kleinere Aspekte an deiner Arbeit gibt, die dir Spaß und dich glücklich machen.

Die Arbeit sollte ein freudvoller Teil des Lebens sein. Schließlich haben wir ein schönes Leben verdient und das schließt alle Bestandteile mit ein.
Wenn dich deine Arbeit runterzieht, du es abends kaum noch auf Sofa schaffst oder regelmäßig Streit mit Freunden und Partnern hast, um deine Aggressionen abzureagieren, wäre es vielleicht doch an der Zeit, über einen Wechsel nachzudenken.
Ein Job muss nicht gleich die ganze Welt verändern, es muss dir nur gefallen und eine Atmosphäre schaffen, die dir gut tut.

Wenn wir Arbeit als einen Teil unseres Lebens annehmen und diesen Teil integrieren, verwandeln wir die verschwendete Zeit in etwas ganz anderes. Vielleicht in eine Zeit voller Begeisterung und Sinn, zumindest aber in die Möglichkeit zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

Lebensqualität während der Arbeit erhalten

Wenn ich arbeite, neige ich dazu, mich voll zu konzentrieren. Das ist einerseits gut, andererseits bedeutet es, dass ich über Stunden vergessen kann zu trinken, mich nicht bewege, außer wenn die Blase drückt, und erst bemerke, dass ich Hunger habe, wenn ich schon halb tot bin. Oder jedenfalls so hungrig, dass ich schlechte Laune habe und keine Lust mehr, etwas zu kochen.

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Wer sagt, dass du auf der Arbeit ein anderer Mensch sein musst?
Sei wie du bist. Immer.

Kommt dir das bekannt vor?
Auf der einen Seite wollen wir den Arbeitsfluss ja gar nicht unterbrechen, aber gleichzeitig braucht unser Körper Auszeiten und Nahrung.

Es muss also doch einen Ausgleich geben. Und zwar einen flexiblen Ausgleich von Aktivität und Erholung.
Die Balance erhältst du nicht, indem du Arbeit und Freizeit ausgleichst, sondern indem du jede Phase deines Lebens nach deinen Bedürfnissen ausrichtest.
Das Gleichgewicht muss in dir sein, um nach außen treten zu können.

Um das zu erreichen müssen wir Verantwortung für unsere Bedürfnisse übernehmen.
Da wären zum einen die vielen Wege, wie unser Körper uns mitteilt, was wir gerade brauchen.
Lerne die Zeichen deines Körpers zu lesen und reagiere darauf, indem du diese Bedürfnisse auch erfüllst.

Die Frage ist also nicht „was muss ich jetzt machen?“ sondern „was brauche ich jetzt?„.
Dabei können körperliche Antworten wie Nahrung oder Schlaf herauskommen.
Aber eben auch psychische Bedürfnisse wie Erschaffen oder Gemeinschaft.

Nicht nur die körperlichen Bedürfnisse sind wichtig, sondern auch deine Emotionen, deine Wünsche und Neugierde.
Wenn du lernst, auf die Regungen deines Geistes zu hören und dir bewusst Zeit für deine Bedürfnisse zu nehmen, setzt du deine eigenen Prioritäten und kannst auch während der Arbeitszeit ein Leben führen, das deiner würdig ist.

Wie soll das funktionieren?

Die Idee einer integrierten Arbeit und beachteter Bedürfnisse ist ganz nett, aber nicht so einfach zu realisieren! Oder?
Falsch!
Hier sind ein paar alltagstaugliche Ideen, wie du ohne viel Aufwand mehr Lebensqualität in deinen Arbeitsalltag bringst.

Wenn du etwas freier in deiner Zeit- und Ortseinteilung bist (Lernphasen/ Home Office/ Freelancer), werden dir diese Dinge keine Probleme bereiten. Aber auch bei festen Arbeitszeiten im Büro lässt sich vieles umsetzen.

  • Abwechselnde Phase von Arbeit, Erholung und Bewegung (z.B. Pomodoro-Methode)
  • Aufgaben nach Priorität sortieren und entsprechend deiner Hochphasen über den Tag verteilen
  • Pausen für den Haushalt, Sport oder deine Tiere einplanen
  • Powernaps zwischenschieben
  • Spaziergänge in der Pause, um dein Kopf wieder freizubekommen
  • Vorrat an Essen und Trinken am Arbeitsplatz haben
  • Zeit zum Kochen und Essen des Mittagessens einplanen
  • Meditation und Yoga
  • Stille suchen und die Pausen auch mal allein verbringen
  • jede Stunde aufstehen, strecken und ein wenig bewegen
  • Umgang mit Stress lernen (Notfallplan haben)
  • sich nicht von der Uhr stressen lassen
  • zwischendurch inne halten und sich fragen, was der Körper gerade brauchtwork-live-balance

Schlussgedanken

Ich selbst muss mich während der Arbeit immer wieder daran erinnern, auf meinen Körper und meine Konzentrationsfähigkeit zu hören. Mit kurzen Pausen bin ich aber viel effektiver und schaffe mehr in der gleichen Zeit.

Wenn es dir momentan noch schwer fällt, bewusst auf deinen Körper zu hören, kann ich dir die Pomodoro-Methode wirklich ans Herz legen. Durch die natürliche Unterteilung deiner Arbeit, bekommst du immer wieder den Anstoß, dich bewusst nach innen zu richten.

Liebe- und verständnisvoll mit deinen eigenen Bedürfnissen umzugehen ist ein Ausdruck deiner Liebe, aber gar nicht so einfach umzusetzen. Sei nicht zu hart zu dir, wenn du merkst, dass du eine Pause brauchst.
Aber auch nicht dann, wenn du deine Bedürfnisse eine Zeit lang einfach ignoriert hast.
Betrachte es als Lernprozess und feiere deine Fortschritte, statt dich auf die Rückschläge zu konzentrieren.

Du bist großartig und du verdienst eine Arbeit, die zu dir und deinem Leben passt. Liebe dich und sei glücklich.

Fällt es dir leicht oder schwer während der Arbeit auf deine Bedürfnisse zu achten? Und wie gehst du damit um?

Warum ich keine Work-Live-Balance hinbekomme und du wahrscheinlich auch nicht. So klappt es wirklich mit dem glücklich sein im Alltag. Warum ich keine Work-Live-Balance hinbekomme und du wahrscheinlich auch nicht. So klappt es wirklich mit dem glücklich sein im Alltag. Warum ich keine Work-Live-Balance hinbekomme und du wahrscheinlich auch nicht. So klappt es wirklich mit dem glücklich sein im Alltag. Warum ich keine Work-Live-Balance hinbekomme und du wahrscheinlich auch nicht. So klappt es wirklich mit dem glücklich sein im Alltag. Warum ich keine Work-Live-Balance hinbekomme und du wahrscheinlich auch nicht. So klappt es wirklich mit dem glücklich sein im Alltag.

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