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Verbessere deine Beziehungen – besser zuhören lernen

Blogtitle zuhören lernen

Menschen schreien durcheinander. Jeder versucht den anderen mit Lautstärke zu überbieten.
Niemand bekommt mit, was der andere sagt. Oder versucht es auch nur.

Ich weiß nicht, wie deine Familienfeiern aussehen, aber meine sehen immer genau so aus.

In meiner Familie kann man nicht lernen, anderen richtig zuzuhören. Ich hatte dafür einfach zu wenig Vorbilder.
Nicht dass meine Eltern mir nie zugehört hätten.
Ich bin einfach mit dem Trugschluss groß geworden, dass es ok ist, nicht richtig zuzuhören.

Wenn du dir schon mitten in den Ausführungen deines Gegenübers überlegst, was du antworten könntest, kannst du vielleicht auch noch einiges in diesem Bereich lernen.

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Richtig zuhören fördert nicht nur das Verstehen, sondern stärkt auch Freundschaften.

Warum sollte ich anderen zuhören?

Anderen Menschen zuzuhören hat viele Vorteile – für dich und für deine Umwelt.

Fangen wir mit dem offensichtlichen an.
Du weißt bereits alles, was du weißt. Aber dein Gegenüber weiß vielleicht andere Dinge, die dir noch fremd sind.
Wenn du anderen Menschen zuhörst, lernst du viel. Über die Menschen und über alles andere. Du bekommst wichtige Informationen, Anregungen und konkrete Umsetzungsvorschläge, vielleicht sogar genau die Lösung für dein Problem.
Wenn Menschen sich gegenseitig zuhören, teilen sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen.
Das führt dazu, dass neue Lösungen schneller gefunden werden und die Welt zu einem besseren Ort wird.

Zuhören stärkt außerdem deine Empathie-Fähigkeiten.
Es ist die Grundvoraussetzung dafür, andere zu verstehen und ihre Motive nachzuvollziehen.
Außerdem sind Verständnis und wirklich intensive Beziehungen ohne zuhören einfach nicht möglich. Wenn du anderen richtig zuhörst, förderst du das Vertrauen zwischen euch.

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Auch wird dir mehr Respekt entgegengebracht, wenn du zuhörst.
Einfach, weil du auch respektvoll mit deinen Mitmenschen umgehst.

Viele glauben, dass sie schwach wirken, wenn sie zu viel zuhören.
Das Gegenteil ist aber der Fall.
Menschen, die anderen ruhig und entspannt zuhören, wirken stark und selbstsicher.
Sie müssen nicht schreien, um sich Gehör zu verschaffen.

Außerdem hat nicht nur jeder eine Geschichte zu erzählen, die meisten wollen sie auch wirklich erzählen.
Du machst den Menschen eine Freude, wenn du ihnen zuhörst.
Sei interessiert, dann merkst du bald, dass alle Menschen auf ihre Art interessant sind.

Wie funktioniert Zuhören eigentlich?

Meine Erkenntnisse über richtiges zuhören habe ich zum Teil von der Theorie des aktiven Zuhörens nach Carl Ransom Rogers abgeleitet. Das meiste ist aber einfach eine Mischung aus gesundem Menschenverstand und Erfahrungen.

Wenn du wissen willst, wie man richtig zuhört, dann ist der einfachste Weg, Menschen zu beobachten, bei denen du dich richtig verstanden fühlst.
Achte genau darauf, was sie tun und wie sie es tun. Dann hast du schon eine gute Anleitung an der Hand.

mehr zuhören als reden

Die wichtigste Grundregel ist, dass du mehr zuhören als reden solltest.
Das funktioniert nicht immer und ist auch nicht immer sinnvoll, aber als grobe Richtlinie hilft es dir dabei, wirklich zuzuhören.

Wenn du dich mit jemanden unterhalten möchtest und ihr habt beide etwas wichtiges zu erzählen, dann lass dem anderen den Vortritt. Damit zeigst du Respekt und Rücksichtnahme. Und der andere fühlt sich geschmeichelt, weil er ja weiß, dass du auch etwas zu erzählen hast.

Unterbreche den Sprecher niemals.
NIEMALS!
Auch wenn du Nachfragen hast, können sie bis zum Ende warten. Mach dir im Zweifelsfall eine kleine Notiz und komm später darauf zurück.
Nutze auch nicht die kleinen Pausen zwischen zwei Sätzen, um etwas zu sagen.
Hör einfach nur zu.

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zwischen den Zeilen lesen

Menschen kommunizieren 60% der Bedeutung nicht über Worte, sondern über Mimik und Gestik.
Achte zusätzlich auf die Gefühle des Sprechers.
Wie ist die allgemeine Stimmung?
Was sagt ihre Körperhaltung aus? Was die Mimik?
Wie ist der Tonfall?

All diese Informationen geben dir ein besseres Gesamtbild der Situation und verraten dir vielleicht sogar etwas, was dem Sprecher nicht bewusst ist.

zuhören, als wüsste man nichts

Sei immer interessiert.
Wenn einem ein Gespräch langweilt, liegt das meist daran, dass wir glauben, schon alles darüber zu wissen.
Das tun wir nicht. Ich jedenfalls nicht.

Höre zu, als wäre alles neu und spannend, dann bekommst du mehr mit von dem, was wichtig ist.

innere Monologe stoppen

Lasse dich ganz auf das Gesagte ein.
Versuche das Gesagte nur wahrzunehmen und nachzuvollziehen. Werte nicht und bilde dir keine voreilige Meinung.

Bring die inneren Monologe zum Stillstand.
Überlege dir nicht vorher, was du antworten möchtest.
Stelle deine Meinung erstmal zurück.

Konzentriere dich voll und ganz auf das Gesagte.
Höre zu und deute weniger an dem Gesagten herum.

entspannen

Versuche, dich beim Zuhören zu entspannen.
Wähle deine Körperhaltung und Mimik bewusst so, dass sie Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen – aber nicht Langeweile-.
So kann sich auch dein Gegenüber beruhigen und vielleicht etwas klarer denken.

Fragen stellen

Stelle Fragen, wenn du etwas nicht ganz genau verstanden hast.
Nutze dafür aber nicht die kleinen Pausen und stelle deine Nachfragen am Ende.

Frage einfach, ob dein Gesprächspartner das nochmal genauer erklären kann.
Oder fasse die Kernaussage nochmal zusammen: Du meinst also, dass …. Habe ich das richtig verstanden?

So schließt du Missverständnisse aus und dein Gegenüber bekommt das Gefühl, dass du ihn wirklich verstehen möchtest.

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Antworten anpassen

Bei deiner Antwort geht es nicht darum, zu zeigen, wie brilliant du bist und wie wichtig deine Meinung ist.
Deine Antwort sollte sich stattdessen an den Bedürfnissen des Sprechers ausrichten.

Frage am Ende der Erläuterung einfach: Willst du einen Rat oder meine Meinung dazu hören?
Meist wird die Antwort ja sein, dann kannst du loslegen.
Aber manchmal möchte man einfach nur ein wenig Dampf ablassen. Akzeptiere ein Nein.
Bedenke, dass dein Gegenüber wahrscheinlich die gleichen Fähigkeiten hat wie du, um das Problem zu lösen.

Nimm dir Zeit, um eine Antwort zu geben.
Nicht nur gewinnt die Andere dadurch die Möglichkeit, noch etwas zu sagen.
Um das zu erreichen, solltest du mindestens 5 Sekunden lang warten.
Zusätzlich hast du dadurch auch die Möglichkeit, deine Antwort und das Gesagte nochmals zu reflektieren. So werden deine Ratschläge besser.

Und wenn du antwortest, gehe wirklich auf das Gesagte ein.
Wiederhole ruhig etwas des bereits Angesprochenen.
Nutze deine Antwort nie als bloße Überleitung für deine eigene Geschichte.

Respekt vor dem Vertrauen

Grundsätzlich gilt natürlich, dass du alles vertraulich behandelst, was dir andere erzählen.
Behalte es für dich, selbst wenn es dir schwer fällt.

Zeige, dass du zuhörst

Deinem Gegenüber hilft es enorm, wenn du ihm spiegelst, dass du wirklich zuhörst.
Diese Tipps sollen dir helfen, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und dein Zuhören zusätzlich zu stärken.
Sinn ist es nicht, dass du sie als Maske missbrauchst, um nur so zu tun, als würdest zu zuhören.

Halte während des Zuhörens Blickkontakt.
Das stärkt die Verbindung zwischen euch und hilft dir dabei, dich auf den Anderen zu fokussieren.

Zeige deine Zustimmung oder dein Verständnis.
Dazu können kurze Einwürfe wie „Ja“, „ich verstehe“ oder „da gebe ich dir Recht“ dienen.
Aber auch ein kurzes Grunzen oder Nicken erfüllen diesen Zweck.

Wichtig ist, dass du dich möglichst kurz hältst.
Du willst den anderen in seinem Sprechfluss unterstützen, nicht stören.

Grundsätzliches zum Zuhören

Wenn du jemandem wirklich zuhören möchtest, dann ist eine Grundeinstellung von Akzeptanz und Empathie sehr vorteilhaft. Du wirst dich besser auf das Gehörte konzentrieren können, wenn du mit einer positiven Grundhaltung daran herangehst.

Vermeide jede Form von Ablenkung.
Zuhören ist eine dieser Dinge, die man nicht mit Multitasking hin bekommt.
Egal ob von Angesicht zu Angesicht oder am Telefon. Dein Gegenüber wird es merken, wenn du nicht richtig zuhörst.

Richtiges Zuhören verbraucht eine Menge Energie.
Lass dich also nur darauf ein, wenn du dich wirklich bereit dafür fühlst.
Wenn dein Energielevel gerade nur ein halbherziges Zuhören zulässt, dann verschiebe das Gespräch lieber auf einen anderen Zeitpunkt.

Besser Zuhören lernen

Zuhören kann man lernen, aber es braucht Zeit und erfordert einiges an Geduld, wie alles, was von Wert ist.
Verurteile dich nicht, wenn du nicht sofort schaffst, alles umzusetzen.
Fange lieber klein an und konzentriere dich nur auf eine einzige Sache.

Üben kannst du das Zuhören immer und überall.

Eine gute Möglichkeit ist beispielsweise das Musik hören.
Anstatt Musik einfach im Hintergrund plätschern zu lassen, kannst du dich auch voll und ganz auf die Musik einlassen.
Höre ihr ganz bewusst zu und konzentriere dich auf die Melodie, die Höhen und Tiefen.
Achte auch darauf, welche Gefühle die Musik in dir auslöst.

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Musik ist eine super Gelegenheit, um das zuhören zu üben.

Du kannst deine neuen Strategien auch bei Gesprächen mit guten Freunden üben.
Frage sie doch am Ende, wie sie sich bei dem Gespräch gefühlt haben.
Ob sie das Gefühl haben, dass du sie wirklich verstanden hast und ihnen weiterhelfen konntest.

Und versuche einfach allen Menschen zuzuhören, die mit dir reden.

Wenn du den Menschen um dich herum zuhörst, verbesserst du die Beziehungen zu ihnen und machst aus der Welt einen etwas freundlicheren Ort.
Wir alle wollen schließlich verstanden werden.

Probiere es einfach mal aus und mach dich gefasst auf die Wunder, die vor dir liegen.

Du bist großartig.
Pass dein Leben an dich an und liebe dich. Du bist es wert.

Was denkst du über Strategien zum Zuhören?
Hast du Erfahrungen damit gemacht?
Lass mir gerne einen Kommentar hier, damit wir uns austauschen können.
Ich freue mich darauf, von dir zu hören.

 

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