So kannst du deinen Eltern wirklich verzeihen und dich befreien

8. April 2020
eltern-verzeihen
Möchtest du dich einfach wohl fühlen?
Komm zum fbt weekly 🙂

Hier erwarten dich wöchentlich neue Inspirationen, einfache Übungen und Gewinnspiele. Wachse in dein wahres Selbst.

Ich freue mich auf dich.

Invalid email address
Garantiert ohne Spam. Abmeldung jederzeit möglich.

Wenn wir uns verändern, merken wir das als erstes in unseren Träumen. In ihnen verarbeitet unser Unbewusstes alles, was sich in und um uns ereignet. Dass es nun an der Zeit ist, auch die letzten Verletzungen meiner Kindheit zu heilen und zu verzeihen, erkannte ich durch einen solchen Traum. Mitten in einem pubertären Streit mit meinen Eltern kam ein Hund zu mir, beruhigte mich und lies mich wieder klar denken. Im Traum erkannte ich, dass es nicht mehr zu mir gehört.

Wir alle tragen alte Verletzungen aus unserer Kindheit in uns. Manche sind größer und andere kleiner. Selbst die besten Eltern können nicht alles richtig machen. Sie sind ja auch nur Menschen. Als Kinder haben wir unbewusst ihre Verhaltensweisen und Glaubenssätze übernommen oder gespiegelt. Und damit nicht nur die unserer Eltern, sondern auch die ihrer Eltern.

Wenn wir darüber nachdenken, können wir schon mal wütend werden.
Wenn sie nur anders gewesen wären. Wenn sie uns mehr geliebt, beschützt oder versorgt hätten.

Wir können unseren Eltern so ziemlich alles vorwerfen. Von schlechten Zähnen zum verkackten Abschluss, Selbsthass oder unseren verkorksten Sozialfähigkeiten. Selbst Krankheiten und körperliche wie mentale Schwächen können wir alles getrost unseren Eltern anlasten.

Und warum sollten wir es auch nicht tun? Sie sind ja wirklich an all unseren Problemen Schuld. Und es tut auch irgendwie gut, einen Schuldigen zu haben.

eltern-verzeihen-sinnbild

Warum Verzeihen so wichtig ist

Das Problem dabei ist nur, dass wir nichts verändern können, solange wir die Schuld bei anderen suchen. Die Wut und die Enttäuschung ist wie ein Deckel auf einem Korb. So kommen wir nie an den eigentlichen Inhalt heran. Und genau deshalb fühlt sich der Zorn so gut an. Er schützt uns vor den wahren Verletzungen.

Blicken wir nicht hinter die Wut, können wir den dahinter verborgenen Teil in uns auch nicht heilen. Er bleibt unbewusst und steuert uns auf einer Ebene, die wir nicht beeinflussen können.

Außerdem kostet uns diese Vorwurfshaltung viel Energie. Ganz so als würden wir eine kleine Version unserer Eltern in einem Gefängnis in uns festhalten. Wir brauchen dann immer etwas Energie, um eine Wache vor dem Gefängnis zu postieren. Und diese Energie nehmen wir von uns. Es ist ein Teil unserer Lebensenergie, die dann eben nicht mehr für unser Jetzt zur Verfügung steht.
Das Fehlen dieser Energie stört unseren eigenen Flow. Die eingesperrte Person bekommt das gar nicht mit.

Lernen wir, dieser Person zu verzeihen, können wir die Energie wieder nutzen und in Fluss bringen. Wir können dann tief in uns Veränderungen anstoßen.
Nur ist das gerade bei unseren Eltern besonders schwer, weil die alten Wunden so tief sitzen. Jahrelang angesammelter Groll lässt sich nicht mal eben auflösen.

Wir können nicht einfach mit den Fingern schnippen und schon verzeihen wir. Aber wir können lernen, eine neue Perspektive auf die Situation und unsere Eltern einzunehmen. Ich lade dich ein, mich auf dieser Reise zurück in deine Kindheit zu begleiten.

Vielleicht kennst du deine Eltern und Großeltern und ihre Geschichten sehr gut, vielleicht auch nicht. Das ist egal. Es reicht, wenn du dir die Eltern deiner Kindheit vorstellen kannst. Was du über sie weißt, ist genug für diese Übung.

eltern-verzeihen-generationen

Schritt 1: Eine Rückschau

Suche dir als erstes einen deiner Eltern aus. Am besten den, bei dem du am meisten Ärger und Schmerz verspürst. Das ist bei vielen Frauen die Mutter, deshalb werde ich sie hier als Beispiel nutzen.

Stell dir also deine Mutter vor, wie sie jetzt ist oder wie sie vor ihrem Tod war, falls sie nicht mehr lebt.
Lass uns eine Zeitreise zurück machen.

Wie hat sich deine Mutter verändert in ihren Erwachsenenjahren?
Was hat sie beeinflusst?
Gehe weiter zurück. Siehe deine Mutter als junge Erwachsene, dann als Jugendliche und schließlich als Kind.

Nur zur Erinnerung: Es ist egal, wie genau du über diese Zeit Bescheid weißt. Was du dir denken und vorstellen kannst, reicht aus.

Bleibe bei der Vorstellung deiner Mutter als etwa dreijähriges Mädchen. In diesem Alter entwickelte sie gerade ihr Bewusstsein von sich selbst.
Wie war die Stimmung in ihrer Familie? Gab es noch andere Kinder?
Wie war ihr Verhältnis zu ihren Geschwistern und Eltern?
Welche Schwierigkeiten und Probleme gab es?
Was hat deine Mutter in dieser frühen Phase in ihrer Entfaltung gehemmt? Wie sahen ihre vorherrschenden Gefühle aus?

Sieh dir an, wie emotionale Blockaden und Verletzungen schon in so frühen Jahren entstanden sind.
Und jetzt verändern wir das einfach.

eltern-verzeihen-kindheit

Schritt 2: die perfekte Mutter

In unserer Vorstellung können wir unserer Mutter all die Ressourcen und Liebe geben, die sie gebraucht hätte, um sich frei zu entfalten. Kurzum eine Frau, die selbst voller Liebe ist und auch sich selbst liebt.
Stell dir vor, wie ihr Leben voller Liebe, Unterstützung und Vertrauen ausgesehen hätte. Fang bei dem kleinen Mädchen an und verfolge ihre gesamte Entwicklung.

Beobachte, wie sie ihre Kindheit voller Freude und Zuversicht erlebt. Wie sie die Schule meistert und ihr Leben gestaltet.
Stell dir ihr volles, erfülltes Leben vor bis zu dem Zeitpunkt kurz vor deiner Geburt.

Schritt 3: Das Verzeihen

Jetzt hast du zwei Mütter vor dir. Die eine ist die Mutter, die dich großgezogen hat. Und die andere ist ihr eigentliches Selbst. Die Person, die sie hätte sein können, wenn es all die Verletzungen und daraus entstandenen Blockaden nicht gegeben hätte.
Also die Person, die deine Mutter gerne für dich gewesen wäre. Auch wenn sie es nicht konnte.

Wenn du diese Zusammenhänge verstehst, kannst du deiner Mutter nicht nur verzeihen, du kannst auch die Lasten, die du von ihr übernommen hast, loslassen. Sie gehören so wenig zu dir, wie sie zum wahren Wesen deiner Mutter gehören.

Du verstehst jetzt, wie sehr ihre eigene Kindheit eine Mutter geprägt hat. Und das löst allen Unmut in uns auf.
Wir erkennen, dass wir beide verletzte Kinder sind. Und das verbindet uns tief miteinander. Verzeihen ist jetzt eigentlich nicht mehr notwendig, denn es ist schon geschehen.

befreien

Atme einmal tief durch. Und wenn du magst, schreibe deiner Mutter einen Brief oder ruf sie einfach mal an. Du wirst merken, dass eurer Verhältnis sich verbessern wird.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du die Lasten deiner Kindheit heilen und vollkommen frei dein eigenes Leben gestalten kannst. Dass du deinen Selbstwert erkennst und lebst.

Alles Liebe
Janina

P.s. Diese Methode des Verzeihen klappt nicht nur bei Eltern, sondern auch bei allen anderen Menschen.

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.