So arbeitet dein Unbewusstes – 9 Grundlagen, die du nutzen kannst

7. Juli 2020
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Unser Unbewusstes ist ein zutiefst missverstandenes System. Es macht den größten Teil unserer Gehirnleistung aus und reguliert alle Körperprozesse.
Gleichzeitig kommt es uns wie ein großes Mysterium vor. Wir fürchten uns ein wenig vor dem undurchsichtigen Teil in uns, der uns unwillkürlich so stark beeinflusst.

Tatsächlich ist das Unbewusstes aber gar nicht so mysteriös. Und es arbeitet nicht gegen uns. Es kommuniziert nur anders als wir es bewusst tun. Wenn wir es verstehen, können wir auf eine riesige Kraft in uns zugreifen.

Schließlich ist das Unbewusste nicht nur für die meisten Verhaltensweisen zuständig, sondern auch für alle Veränderungen, unsere Gewohnheiten und alles, was wir neu lernen.
Statt uns bewusst durch alle möglichen Anstrengungen zu quälen, können wir unser Unbewusstes also aktiv ansprechen, um all diese Prozesse zu erleichtern.

Übrigens: Hier benutze ich bewusst das Wort Unbewusstes und nicht Unterbewusstsein, weil ich einfach zu viel Freud gelesen habe, um das zu ändern. Im Grunde gibt es keinen Unterschied, es ist nur eine persönliche Vorliebe.

1. Alle Erinnerungen sind im Unbewussten gespeichert

Hast du ein gutes Gedächtnis?
Die Antwort ist Ja.

Alle deine Erinnerungen werden im Unbewussten gespeichert. Genau, alle Erinnerungen.
Sie werden automatisch nach zeitlichen und inhaltlichen Faktoren organisiert, damit wir sie wiederfinden können.
Sie verschwinden nicht einfach. Die Frage ist, ob wir sie bewusst hervorholen können.

Wenn wir auf Erinnerungen nicht zugreifen können, liegt das daran, dass unser Unbewusstes uns schützen will.
Wenn starke ungelöste Gefühle an Erinnerungen haften, werden sie unterdrückt. So kannst du dein Leben weiterleben, obwohl dein inneres System gestört wurde.

Ungelöste innere Konflikte und emotionale Blockaden schaden uns langfristig, deshalb zeigt unser Unbewusstes uns immer mal wieder die ein oder andere Erinnerung. So haben wir die Möglichkeit zu heilen.
Das wir noch etwas heilen müssen, merken wir daran, dass wir bei dieser Erinnerung sofort wieder starke Emotionen verspüren.
Sind wir dafür nicht bereit und drücken die Erinnerung wieder weg, versucht es unser Unbewusstes zu einem anderen Zeitpunkt wieder. So lange bis es gelöst wird.

Dabei kommen Erinnerungen mit stärkeren Gefühlen erst wieder hoch, wenn wir die leichteren geheilt haben.
Ein sinnvoller Mechanismus also, nur ist der Zeitpunkt nicht immer passend.

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2. Dein Unbewusstes ist der Sitz deiner Gefühle

Alle Emotionen kommen aus deinem Unbewussten. Egal ob sie angenehm oder nicht, stark oder nur schwach sind. Mit Gefühlen kommuniziert das Unbewusste mit unserem Bewusstsein.

Grundsätzlich ist jedes Gefühl, jedes unwillkürliche Verhalten und sogar ungewollte Reaktionen ein Kommunikations-Versuch unseres Unbewussten. Anstatt uns selbst also Vorwürfe zu machen, können wir uns fragen: Was will es mir damit sagen? Was ist der tiefere Sinn hinter diesem Gefühl oder dieser Reaktion?

3. Hauptaufgabe: Überleben sichern

Neben dem Sitz der Erinnerungen und unserer Emotionen, steuert das Unbewusste auch alle Körperfunktionen. Es will uns am Leben erhalten – zu jedem Preis
Und dabei tut es immer das Beste, was es mit den gegebenen Ressourcen kann. Ressourcen sind hier zum Beispiel Erfahrungen, Hilfestellungen von Außen, Fähigkeiten und Talente. Es sorgt dafür, das wir alles einsetzen, was uns zur Verfügung steht, um zu überleben.

Gleichzeitig mag das Unbewusste keine Veränderungen. Was es kennt, hat schließlich schon bewiesen, dass es uns überleben lässt. Veränderungen werden erst dann eingeleitet, wenn das Gewohnte im Gegensatz zur Sicherung des Lebens steht.

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4. Dein Unbewusstes denkt in Bildern und Symbolen

Alles, was in unserem Unbewussten vor sich geht, wird als Symbole, Bilder und Metaphern verarbeitet.
Selbst unsere Erinnerungen sind keine genaue Wiedergabe vergangener Ereignisse, sondern eine Auswahl repräsentativer Symbole, die das Erlebte umreißen.

Deshalb ist wichtig, eine genaue Vorstellung von dem zu haben, was wir wollen. Wenn wir uns ein Bild von etwas machen, versteht unser Unbewusstes, was wir da eigentlich wollen.

Hast du schon mal versucht, dir keinen lila Elefanten vorzustellen?
Das Fehlen von Etwas kann unser Unbewusstes nicht bildlich darstellen und deshalb auch nicht verarbeiten.
Wenn du also daran denkst, dass du nicht zuspät kommen willst, kommen bei deinem Unbewussten nur Bilder vom Zuspätkommen an. Und du wirst immer mehr Gewohnheiten etablieren, die tatsächlich dazu führen, dass du öfters zu spät kommst.

5. Moralkodex der Kindheit

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Manche Menschen kommen dir einfach unmoralisch vor?
Stimmt nicht ganz. Alle Menschen sind durch und durch moralische Wesen.

Das Problem ist -manchmal zumindest- , dass unsere Moralvorstellungen in der frühen Kindheit in unser Unbewusstes eingebettet wird. Was auch immer wir in dieser Zeit gelernt haben, leitet unser Verhalten und unsere Einstellung.

In den ersten Jahren bildet sich unser Bewusstsein erst noch aus. Was wir im Außen mitbekommen, nehmen wir also ohne Filter oder Überprüfung auf. Es wird zu unserer Wahrheit.

Wenn andere Menschen sich auf eine Art verhalten, die deinen Moralvorstellungen zuwider ist, musst du das nicht einfach hinnehmen. Aber die Erkenntnis, dass auch der andere nach seiner eigenen Moral handelt und das Beste mit seinen gegebenen Ressourcen gibt, schenkt dir innere Gelassenheit. So kannst du aus einer gestärkten Position heraus handeln.

6. instinktives Verhalten und Stress

Alle instinktiven und intuitiven Handlungen gehen auf das Konto unseres Unbewussten. Es regelt die automatischen Flucht-oder-Kampf-Reaktion, die uns in Situationen akuter Gefahr am Leben erhält. Damit reguliert es auch alle körperlichen Symptome, die uns darauf vorbereiten sollen. Zum Beispiel Adrenalin-Ausschüttung und schneller Herzschlag.

In wirklichen Gefahrensituationen rettet uns dieser Automatismus das Leben. Es ist ein so alter Mechanismus, dass wir ihn mit allen Tieren teilen.
Nur ist es in unserer modernen Gesellschaft mehr als überholt. Wir geraten kaum je in Situationen, in denen wir fliehen oder kämpfen können. Eher müssen wir es aussitzen, während unser Körper verrückt spielt und sich bewegen will.

Weil wir nicht mehr mit Flucht oder Kampf reagieren, hat sich ein ganz neues alltägliches Phänomen gebildet: Stress. Stress bedeutet eigentlich nur, dass unser Unbewusstes eine Gefahr erkannt hat. Unser Körper macht sich also bereit fürs Kämpfen. Und wir bleiben sitzen und beißen die Zähne zusammen. Da wir die Situation nicht sofort körperlich auflösen, schädigt uns der entstehende Dauerstress.

Das erkennt unser Unbewusstes allerdings nicht. Es reagiert mit den einzigen beiden Ressource, die es zur Verfügung hat: Verstärkung der Flucht-oder-Kampf-Reaktion oder völlige Erstarrung.

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7. Deine Energie hängt vom Unbewussten ab

Kennst du diese Morgende, an denen du deine acht Stunden durch geschlafen hast und trotzdem wie gerädert aufwachst? Wenn du dich morgens schon so fühlst, als wäre alles zu viel?

Auch hier spielt unser Unbewusstes eine große Rolle. Wie viel Energie wir wofür zur Verfügung haben wird nämlich in unserem Inneren entschieden. Es ist abhängig von physischen und emotionalen Komponenten, die wir bewusst gar nicht alle verarbeiten könnten.

Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass Erschöpfung ohne körperliche Ursache unbewusste Gründe hat. Je besser die Kommunikation zwischen Bewusstsein und Unbewusstes, desto mehr Energie steht dir zur Verfügung.
Das bedeutet vor allem: Achte auf deine Gefühle. Nimm sie ernst und handle nach ihnen.

Wichtig ist hier auch zu bedenken, dass unser Unbewusstes immer den einfachsten Weg nimmt, um das umzusetzen, was wir wollen. Einfach bedeutet wenig Aufwand oder eben Energieverbrauch.
Je genauer du dein Unbewusstes mitteilen kannst, was du willst, desto besser findet es den richtigen Weg dorthin.
Und wenn Bewusstsein und Unbewusstes an einem Strang ziehen, wird dir auch die Energie dafür zur Verfügung stehen.

Was wir wirklich wollen, fällt uns immer leicht.
Denn dann kämpfen keine entgegengesetzte Kräfte in uns.

8. Dein Unbewusstes will deine Führung

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Wir denken oft, das Unbewusste sein ein widerspenstiges kleines Biest. Ein innerer Feind, der uns das Leben schwer machen will. Dabei will es eigentlich genau das umsetzen, was wir wollen.

Das Problem ist vor allem, dass wir selbst nicht so genau wissen, was wir wollen. Wir sagen Mal das eine, dann wieder etwas ganz anderes.

Ein kleines Beispiel: du willst mehr Geld verdienen. Das wollen wir ja eigentlich alle. Und es gibt natürlich verschiedene Strategien, um das umzusetzen. Aber was, wenn du gleichzeitig schlecht über die reichen Nachbarn redest oder über den verkommenen Kapitalismus, in dem das Geld unsere Welt zugrunde richtet? Was willst du jetzt? Geld oder kein Geld? Dein Unbewusstes reagiert auf das, was mehr Bilder entstehen lässt.

Wollen wir Unterstützung von unserem Unbewussten, müssen wir genau wissen, was wir wollen. Wie es aussieht und wie es sich anfühlt. Dann entsteht ein Bild davon. Wenn wir dann noch konsistent bleiben, hilft es uns gerne dabei und gibt uns die Energie, die wir brauchen.

9. Das Unbewusste sieht nur sich selbst

In vielerlei Hinsicht ist der unbewusste Teil in uns wie ein kleines Kind. Dazu gehört auch, dass es nur sich selbst sieht. Als wäre die ganze Welt um uns und alle Menschen darauf nur eine Kulisse, um unsere Geschichte darzustellen. Ja, in uns gibt es einen Teil, der glaubt, wir seien der Mittelpunkt des Universums.

Und dieser Teil kann nicht unterscheiden, ob das was du sagst und denkst nun nach außen oder nach innen gerichtet ist. Denkst du schlecht über jemanden oder beschwerst dich über eine Situation, nimmt es das persönlich. Es glaubt, du sprichst immer und ausschließlich über dich selbst. Denn etwas anderes gibt es in seiner Sicht nicht.

Lästern oder nörgeln bekommen so eine ganz neue Bedeutung. Sie werden direkt auf dich selbst gespiegelt und verankern sich in deinem Unbewussten. Natürlich musst du jetzt nicht den ganzen Tag positiv denken und dich zu einem Lächeln zwingen. Aber ein wenig mehr Achtsamkeit wird dir dein Leben deutlich vereinfachen.
Schließlich bemerken wir oft gar nicht, wie negativ unsere Worte und Gedanken sind. Und die meisten davon sind sowieso überflüssig.

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Das waren sie also: die neun grundlegenden Funktionsweisen unseres Unbewussten.

Es ist eigentlich so einfach, richtig mit unserem Unbewussten zu interagieren. Trotzdem fällt uns die Umsetzung nicht immer so leicht. Hier sind für dich nochmal die wichtigsten Punkte, die du sofort verwirklichen kannst:

1. Sprich nicht schlecht von anderen, Situationen oder dir selbst.
2. Versuche Bilder und Symbole zu finden für das, was du willst.
3. Finde lebensnotwendige Gründe für Veränderungen.
4. Höre auf deine Gefühle und deine Energie. Wenn dir Energie fehlt, bist du wahrscheinlich vom Weg abgekommen. Deine Gefühle spiegeln dir wieder, was dein Unbewusstes davon hält.
5. Löse dich nach Stresssituationen wieder aus der Starre, indem du dich zum Beispiel Ausschüttelst.
6. Nutze Bilder, Farben und Symbole, um etwas Neues Gehirngerecht zu lernen.

Und bei allem bleibt es das Wichtigste, dass du glücklich bist bei dem, was du tust.

Alles Liebe
Janina

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